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VERSENGOLD - Zeitlos

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Artist VERSENGOLD
Title Zeitlos
Homepage VERSENGOLD
Label FUEGO
Leserbewertung
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9.0/10 (2 Bewertungen)

Seit vielen Jahren bringen Snorre, Pinto, Hengest, Honza und Paule gute Laune unters „Folk“. Auf vielen Märkten und Bühnen geben sie ihre stimmungsvollen Lieder zum Besten. In neuerer Zeit werden sie von Otje und Schorti begleitet, die dem oft akustischen Folksound der Band mit Bass und Schlagwerk eine kräftigere Tiefe verleihen. Damit heben VERSENGOLD ihr neues Album auf eine andere Ebene. Aber nicht nur akustisch. Sondern auch die Lyrics sprechen eine andere Sprache. Sie greifen Themen aus vergangenen Zeiten auf, die nie an Aktualität verloren haben und immer noch großen Widerhall in den Köpfen der Menschen finden. VERSENGOLD sind dadurch nachdenklicher und aktueller zugleich geworden. Sie sprechen die Themen an, die ihnen am Herzen liegen. Das funktioniert am besten, indem ausschließlich auf selbst geschriebenes Material zurückgegriffen wird. Davon rücken die Musiker nicht ab. Dabei ist aber auch ihr Humor nicht auf der Strecke geblieben, wie man schon an der Namensgebung der einzelnen Songs erkennen kann. Mehr denn je haben viele Songs einen Hauch aus der Liedermacherszene abbekommen. Was ihnen nicht schlecht bekommt. Für die Kenner ist VERSENGOLD keine andere Band geworden, aber eine in sich gewachsene.

Der Titelsong „Zeitlos“ ist zugleich Opener des Albums. Er präsentiert in schnellem Rhythmus Gedanken zum stetig zunehmenden Stress der Gegenwart und lässt die Beine sofort mitschwingen. „Ihr seid Musik“ geht im selben Tempo weiter und schafft mit seinem Refrain Potential, damit die Konzertbesucher lautstark einstimmen können, um dem Titel des Liedes gerecht zu werden. Die Flöte in „Kein Trinklied“ weist in ein quirliges Tanzlied mit einem starken Refrain. Ein radiotauglicher Song (d. h. nicht ausschließlich genreangepasst) stellt für mich „Frühlingsgruß“ dar. Wunderbar melodisch mit einem leichten Touch von Country, was nicht zuletzt an Gitarren und Pfeife liegt. „Hoch die Krüge“ ist dann wieder ein Trinklied, das zum Mitsingen und Mittanzen in alter Mittelalter-Manier willkommen heißt. Nur zum Träumen einladend ist das sommerliche Liebeslied „Wolken“. Etwas traurig kommt mit Violine und Klavier „Die Schönheit der Schatten“ daher. Nahezu gesprochen der Text, der die Hörer tief hinab sinken lässt in das eigene Erleben, in die eigenen Erlebnisse. Abgelöst wird die männliche Stimme durch die weibliche, woraufhin sich beide Stimmen in einem fulminanten Abschluss zusammenfinden. Die Fidel beim Instrumentaltitel „Luna’s Reel“ sowie „Sol’s Reel“ lässt diese Stücke stark an den irischen und amerikanischen Folk erinnern, wobei die tiefen Klänge im Hintergrund des ersteren eine mystisch gefährliche Szenerie heraufbeschwören. Auf Speed getrimmt dann wieder „Spaß bei Saite“ vom Alltag der gewöhnlichen Leute. Die russische Fidel stimmt auf das Lied „Der Rubel rollt …“ ein. Eine humoristische Betrachtung von arm und reich, bei dem die Beine einfach nicht stillhalten können. Ich wollt „Schon immer mal“ ein Teil Deines Lebens sein. Mit dieser Zeile wird nichts anderes als die Liebe und die Sehnsucht nach ihr besungen. Die Ballade „Die Namen von Millionen“ stimmt nachdenklich und lässt den Tönen nachhängen. Aufgepeppt im Hintergrund mit den Trommeln eines Marsches ist dies nicht nur melodisch sondern auch textlich der bedeutungsvollste Song des Albums. Versöhnlich stimmt dann wieder das „Schlaflied“, welches in mir ein leichtes Gefühl von GUNTER GABRIEL wachrief.

Das Album ist eingebettet in ein wunderschön gestaltetes Booklet, in welchem die Texte der Lieder bei sehr gut ausgewähltem Kontrast hervorragend zu lesen sind. Hörer sollten sich beim Genuß zurücklehnen und die Lyrics gegebenenfalls mitlesen. Es gibt viel Neues zu entdecken. Ach übrigens waren bei der Produktion der Scheibe auch Gastmusiker am Start, unter anderem Katja Moslehner von FAUN. Als weiblicher Konterpart mal etwas ganz anderes bei VERSENGOLD.

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