Band Filter

VIGILANTE - War of Ideas

VN:F [1.9.22_1171]
Artist VIGILANTE
Title War of Ideas
Homepage VIGILANTE
Label BLACK RAIN
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
7.3/10 (7 Bewertungen)

Die chilenischen VIGILANTEn konnten sich bereits mit ihrem Debüt “The Heroes’ Code” einen guten Namen in der (Electro) Szene erspielen, nach der EP „Juicio Final“ kehren sie nun wiederum auf Black Rain mit einem neuen Werk zurück. Und das hat es in sich, insbesondere in der auf 1000 Stück limitierten Version wird dem Käufer ordentlich was an die Hand gegeben. 11 Audio Tracks, ein Videoclip (zu „Fire“) sowie weitere 12 Remixe auf der Bonusscheibe dürften so manch langen Winterabend etwas launiger erscheinen lassen. Dabei mussten die Südamerikaner in der Vergangenheit einige Besetzungswechsel schlucken. Nach dem Abgang von Gründungsmitglied Rodrigo Ramírez ist Herr Iván Muñoz quasi allein verantwortlich für die Geschicke der Formation. Ihm zur Seite stehen lediglich 2 Live Musiker, Kopfmonopole besitzen in diesem Genre allerdings auch nicht gerade Exotenstatus.

Der Sound ist als Electro Metal Hybrid recht einfach zu beschreiben, dementsprechend gibt man auch gleichermaßen HATEBREED wie DIE KRUPPS als Einfluss an. Harte Gitarren Riffs, eher monoton als verspielt, kombiniert mit Beats und elektronischen Effekten. Immer voll nach vorne, immer derbe aufs Gemüt. Dazu ein Shouter, der auch in jeder Metalcore Truppe eine gute Figur abgeben würde und durch den Akzent immer mal wieder an SEPULTURA und Co. denken lässt. Die Saiteninstrumente sind hier mal nicht schmückendes Beiwerk, sondern eher tragenden Säulen des Soundgebälks, reine Synthie Puristen sollten also die Finger davon lassen. Fans von Crossover Kapellen à la KMFDM werden dagegen frohlocken. Zwar sind hin und wieder kleine atmosphärische Spielereien eingebaut („In the Name of God“), dennoch bolzt man im Grunde genommen eine Dreiviertelstunde durchs Unterholz, was trotz aller Klasse auf der heimischen Couch zu leichten Ermüdungseffekten führt. In den Clubs dürfte dagegen durchgehend Pogo angesagt sein, insbesondere beim Opener „Fair Fight“ (von dem gleich 9! Remixe vorliegen) und dem mitreißenden „Black Day“. Nennenswert auch die Gesangseinlage des Kollegen Pilgrim von PUNTO OMEGA bei „Hardcore“ sowie das VICTOR JARA Cover „El derecho de vivir en paz“. Bei Herrn Jara handelt es sich um einen politisch engagierten chilenischen Folksänger, der in seiner Heimat Legendenstatus besitzt, leider auch wegen seiner Ermordung durch das Pinochet Regime 1973. So unterschiedliche Künstler wie die SIMPLE MINDS, HEAVEN SHALL BURN oder FREUNDESKREIS erwiesen dem Mann bereits ihren künstlerischen Respekt. Da also auch die Kontinent-typischen, sozialkritischen Texte kein Blatt vor den Mund nehmen (die Eigenkompositionen ausnahmslos auf englisch), umgeht man in diesem Punkt lässig die Klischeefalle. Der 2te Silberling wird wie bereits erwähnt überwiegend von Variationen des brettigen „Fair Fight“s gefüllt, dazu kommen noch 3 weitere Bearbeitungen, dabei wird den elektronischen Elementen wesentlich mehr Luft zum atmen gelassen (Ausnahme: „Forever“ in der Bearbeitung von LUCIA PONTICAS – Riffing pur!). Kein Wunder bei den Remixern, die überwiegend aus eher „exotischen“ Lokationen stammen. So etwa die Esten FORGOTTEN SUNRISE, die Slowenen AMATEUR GOD oder die Argentinier LAMIA. Damit geht man den üblichen Verdächtigen geschickt aus dem Weg, kann aber ein gewisses Desinteresse aufgrund des immer gleichen Ausgangsmaterials nicht ganz verhindern.

Dennoch ein aggressives Electro/ Industral Metal/ Rock (bitte beliebig kombinieren) Scheibchen gehobener Klasse, das einigen angesagten Hellectro Kapellen locker das Wasser abgräbt.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

VIGILANTE - Weitere Rezensionen

Mehr zu VIGILANTE