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VÍKINGUR ÓLAFSSON - Mozart & Contemporaries

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Artist VÍKINGUR ÓLAFSSON
Title Mozart & Contemporaries
Homepage VÍKINGUR ÓLAFSSON
Label DEUTSCHE GRAMMOPHON
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VÍKINGUR ÓLAFSSON ist einer der spannendsten Pianisten unserer Zeit, doch er ist weit mehr als das. So zeigt er sich bei seinen Alben zudem als origineller Programmgestalter und mutiger Visionär, dem es gelingt, ganz neue Bezüge herzustellen und ungeahnte Facetten herauszuarbeiten. Zu Ólafssons vielen Preisen gehören der Opus Klassik (Solistische Einspielung in der Sparte Klavier) in zwei aufeinanderfolgenden Jahren (2019, 2020), das Album des Jahres beim BBC Music Magazine Award 2019 und der Titel »Artist of the Year« des Magazins Gramophone. Seine Projekte allein im Jahr 2020 umfassen unter anderem: die Präsentation einer achtteiligen Sendereihe im isländischen Radio; eine eigene Serie mit dem Namen ‚Music Bites‘, die zur besten Sendezeit im isländischen Fernsehen lief, und die Produktion seiner dreiteiligen Hörfunk-Reihe ‚Transcribe, Transform‘ auf BBC Radio 3. Außerdem war er während des Lockdowns drei Monate lang mit Liveübertragungen als Artist in Residence bei Front Row zu hören, der Prestige-Kunstreihe von BBC Radio 4: Er spielte jede Woche im leeren Harpa-Konzertsaal in Reykjavík und erreichte Millionen Hörer in aller Welt. Nach seinen international gefeierten Alben mit Werken von Glass, Bach, Debussy und Rameau folgt mit „Mozart & Contemporaries“ das vierte Album des Isländers bei der Deutschen Grammophon. Der 37-jährige widmet sich hier verschiedenen Werken von Mozart sowie dessen Zeitgenossen.

„Er ist der reinste aller Musiker, er ist die Musik selbst”, so hat Claude Debussy einmal Wolfgang Amadeus Mozart beschrieben. Diese Reinheit und Tiefe zugleich sind es auch, die den Pianisten VÍKINGUR ÓLAFSSON in den Bann ziehen. „Wenn ich Mozart spiele, habe ich das Gefühl, dass ich mich selbst als Musiker kennenlerne”, so Víkingur. „Ich entdecke Seiten in mir, von denen ich vorher gar nichts wusste. Es scheint, als würde seine Musik mein tiefstes Inneres spiegeln.” Für sein neues Album hat sich der Pianist vorwiegend Mozart-Werken zugewandt, die in den 1780er Jahren entstanden sind, eine Zeit, die Ólafsson besonders interessant findet. „In dieser Phase brachte Mozart nicht nur die klassische Tradition zum Höhepunkt, sondern unterlief sie auch ganz subtil… Die Schatten sind dunkler, die Nuancierungen und Zweideutigkeiten tiefgründiger”, so der Künstler. Ergänzt werden diese Stücke durch Musik von Haydn, C. P. E. Bach, Galuppi und Cimarosa.

„Mozart & Contemporaries” räumt mit einem Klischee auf, mit der Vorstellung von Mozart als engelsgleichem Wunderkind und idiot savant, stattdessen entsteht durch VÍKINGUR ÓLAFSSONs Auswahl das Bild eines gereiften Komponisten, eines ideenreichen, hart arbeitenden Mannes, der mit Beschwernissen rang. Die bemerkenswerte, persönliche Programmgestaltung zeichnet dies auf kunstvolle Weise nach. Das Album ist die schillernde Momentaufnahme einer Zeit, in der es gärte; die Komponisten experimentierten viel, und Mozart schrieb so avantgardistische Werke wie die c-Moll-Sonate KV 457. Es sind auch Transkriptionen des Pianisten zu hören: eindringliche Fassungen zweier Sonaten von Cimarosa und eine meisterhafte Bearbeitung des großartigen Es-Dur-Adagios aus Mozarts Streichquintett KV 516 für Klavier zu zwei Händen. Abschließend geht Mozarts Adagio in h-moll KV 540 unmerklich in Franz Liszts Transkription der Motette Ave verum corpus (die dieser in seinem Todesjahr schrieb) über.

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