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VINTERRIKET - Landschaften ewiger Einsamkeit

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Artist VINTERRIKET
Title Landschaften ewiger Einsamkeit
Homepage VINTERRIKET
Label KETZER RECORDS
Leserbewertung
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Vielleicht ist es ein Fehler, überhaupt über dieses Album zu schreiben. „Ein jeder, der beim Anhören dieses Werkes den Weg in dieses geheimnisvolle und finstere Reich findet, hat „Landschaften ewiger Einsamkeit“ verstanden. Alle anderen mögen diesen Tonträger schlichtweg ignorieren.“, schreibt die Band im beiliegenden Text und das hat etwas von Verweigerungshaltung. Auch ist es fraglich, in wie weit man eine Musik in Worte zu fassen vermag, die selbst bereits das Ungreifbare zum Gegenstand hat: Die Nacht- und Schattenseite der Natur.

Andererseits kann man VINTERRIRKET als Phänomen nicht stillschweigend unter den Teppich kehren. Besonders in Mittel- und Osteuropa sowie Russland hat das Projekt einen Großteil seines Back Catalogues, darunter zwei vorangegangene LPs, komplett ausverkauft und gibt es bereits einen regen Handel mit T-Shirts und Postern. Letzteres belegt noch einmal, dass der optisch-ästhetische Aspekt, wie im Übrigen bei einem großen Teil der Konkurrenz auch, einen bedeutenden Stellenwert im Gesamtkunstwerk ausmacht und so wird auch das neueste Album in einer SuperJewelBox mit 16-seitigem Booklet ausgeliefert. Dabei entwickeln sich die Landschaften auch ohne Hilfestellung durch eine sicherlich geschmackvolle Photographie. Die sechs Kompositionen, alle um die zehn Minuten lang, entwickeln weitläufige, karge und kalte Ebenen, die sich wie ein Cocon um den Hörer spinnen und ihn in eine Welt aus weißem und grauem Licht versetzen. Eine minimalistische Welt zudem, denn außer sich zeitlupenhaft verschiebenden Keyboardflächen, verzweifelt herumirrenden Melodielinien und gelegentlichen, glockenähnlichen Verzierungen rankt sich die Musik vor allem um ein Netz aus leerem Raum. Dass die einzelnen Nummern keinen Namen erhalten haben, macht Sinn, denn durch ständig wiederkehrende harmonische Funktionen sind sie so gleich und dabei so unterschiedlich wie windgetriebene Wolken an einem Herbsthimmel. Es ist immer das selbe Stück, das VINTERRIKET hier spielen und die Kunst liegt darin, wie sie es immer wieder neu erstrahlen lassen. Nur Ambient sollte man es nicht nennen, nicht einmal mit dem Zusatz „Dark“ versehen, denn wenn die Freunde vorbeikommen, möchte man ganz gewiss eine andere akustische Umgebung schaffen, als die hier zur Schau getragene. Oder es müssen die Freunde sein, mit denen man gut schweigen kann.

Man kann dieser Musik zu hause, bei Nacht und versteckt unter Kopfhörern lauschen, oder mit ihre die tiefsten Winkel des Waldes erkundschaften, sie in der grauen Zone vor dem Schlaf wahrnehmen oder die volle Aufmerksamkeit schenken. Möglicherweise ist das ein Grund für den erstaunlichen Erfolg dieser Formation, die doch eigentlich so zurückgezogene Klänge schafft: Diese Landschaften sprechen eine eigene Sprache, die jeder verstehen kann.

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