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VITO - Vendetta

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Artist VITO
Title Vendetta
Homepage VITO
Label SICILIAN AGREEMENT RECORDS
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Als alter Mafia Liebhaber müsste ich VITOs Debüt “Vendetta” ja sofort in mein Herz schließen, diese Jungs haben “Den Paten“ offensichtlich mit der Muttermilch aufgesogen. Das Trio aus Berlin (Heiko, Daniel, Niko) führt keinen Bassisten im Line Up, dafür haben sie ein eigenes Label gegründet, welches natürlich stilecht „Sicilian Agreement“ getauft wurde. Und der Camorra schlägt man schließlich nichts ab, oder? Nach dem 2004er Demo „Omerta“ (ebenfalls ein einschlägiger Begriff, siehe den Streifen „Omerta – Reden heißt Sterben“) legen sie nun ihren ersten Longplayer vor, der mit gut 40 Minuten Musik und 2 Videos aufwarten kann.

Größtes Plus – und das wird schon nach den ersten Sekunden deutlich – sind die hochemotionalen Vocals des offensichtlich griechisch-stämmigen Nikolaos. Zwischen fragil melancholisch und energisch drückt er den Kompositionen seinen Stempel auf. Dabei ist das Genre gar nicht so einfach zu beschreiben oder doch wieder ganz simpel: Rock! Etwas alternativ, etwas psychedelisch, etwas verstoned. Die Gitarren wabern verspielt ineinander, ergehen sich in aufreibenden Kaskaden zwischen Druck und Sanftmut. Leichte TOOL-Anklänge, ganz alte U2, sogar 80er Wave, das alles erzeugt einen sehr angenehmen Cocktail, der sich schon nach mehreren Durchgängen voll entfaltet. Würde ich auch gerne mal mit den ähnlich gelagerten Braunschweigern TEPHRA zusammen auf der Bühne sehen. Zwar fiedelt man ab und zu auch etwas ziellos durch die Gegend („God has left the house“), zwar ist der Sound nicht ganz optimal (hört sich ziemlich live eingespielt an), dafür BERÜHRT VITOs Musik ganz einfach in den Grundfesten. Einzelne Songs möchte man kaum hervorheben, aber die beiden enthaltenen Video Tracks (einmal live, das andere sehr ästhetisch inszeniert) „Alone“ und „Leave it all behind“ sind sicher gute Anspieltipps. Ruhige Passagen und laute Eruptionen sorgen für den optimalen Spannungsbogen.

Eine erste positive Überraschung im noch jungen Jahr und Empfehlung für alle, die emotionalen Rock mögen, ohne dass latente Taschentuchgefahr besteht. Da müssen doch Labels zugreifen: „Ich mache ihnen ein Angebot, dass sie nicht ablehnen können…“

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