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VIVIE ANN - When The Harbour Becomes The Sea

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Artist VIVIE ANN
Title When The Harbour Becomes The Sea
Homepage VIVIE ANN
Label OH MY RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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10.0/10 (4 Bewertungen)

„When The Harbour Becomes The Sea“ ist das zweite Album von VIVIE ANN, die 2016 mit ihrem Debüt „Flowers & Tigers“ erstmals von sich Hören machte. Die Wahlhamburgerin stammt aus einer Musikerfamilie und kennt das bewegte Künstlerleben von klein auf. Es schien klar, dass sie ihr Talent ebenfalls als Musikerin auf der Bühne ausleben würde. Doch nach dem Abitur wurde sie immer wieder von sogenannten transitorisch ischämischen Attacken heimgesucht. Dabei handelt es sich um Durchblutungsstörungen im Gehirn, die mit migräneartigen Kopfschmerzen beginnen und unbehandelt innerhalb kurzer Zeit zum Schlaganfall führen. Inzwischen scheint die Krankheit überwunden, aber VIVIE ANN ist sich bewusst, dass sie in dieser Zeit dem Tod mehrmals so gerade von der Schippe gesprungen ist.

In jedem Fall führte diese Konfrontation mit der eigenen Endlichkeit zu dem Entschluss, nur noch das zu machen, wofür sie wirklich brennt. Und das ist die Musik, ganz selbstbestimmt mit eigenem Label und Finanzierung via Crowdfunding. So war es bereits beim Erstling und so hat es die stimmgewaltige Multiinstrumentalistin auch beim Nachfolger „When The Harbour Becomes The Sea“ gehalten. Als erster Vorab-Gruß wurde „Obsolete Majesty“ veröffentlicht: mit gezupfter Gitarre, einem luftigen Beat, dezenten Synthies und einer zerbrechlichen Stimme im Ohr, käme man zunächst nicht auf die Idee, dass sich hinter dieser coolen Nummer ein echtes Beziehungsdrama verbirgt. Und doch geht es um das Scheitern ihrer Majestät, der Liebe. In diesem Sinne erzählt VIVIE ANN kleine Dramen aus ihrem verworrenen Leben. „Anytime“ und „Glow“ sind auch solche Lieder, die jedoch immer auch mit einer selbstbewussten Attitüde daherkommen. Deshalb gibt es auf der Langrille die leisen, intimen Momente genauso wie die wilden, explosiven Ausbrüche. Im Zweifel sogar innerhalb eines Tracks wie das emotionsgeladene „Windmills“ unterstreicht. Nach der reduzierten Einführung durch „No Start“ zeigt bereits der eigentliche Opener „Cold Water“ ähnliche Tendenzen und verbindet die melancholische Strophe mit einer unerwarteten Euphorie im Refrain. Erwähnenswert ist zudem noch „Loverboy“, das mit großen Emotionen, enormer Coolness und imposanten Vocals das Zeug zum nächsten Bond-Song hat. VIVIE ANN kann’s aber auch ganz entspannt und mit kleinem Besteck, vgl. hier das federleichte „Survivor“. Für das Finale verlegt sich die Dame erneut auf die Reduziertheit des Anfangs, die hier jedoch von jaulenden E-Gitarren unterbrochen wird.

Es heißt, dass ein Leben, das geradlinig verläuft, nicht für gute Geschichten taugt. Insofern kann sich der Liebhaber anspruchsvoller Popmusik wohl glücklich schätzen, dass es bei VIVIE ANN eigentlich immer drunter und drüber geht. So war genügend Input für „When The Harbour Becomes The Sea“ am Start und zweifellos ist die musikalische Kanalisation des Chaos gelungen.

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