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VOID OF SILENCE - Human Antithesis

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Artist VOID OF SILENCE
Title Human Antithesis
Homepage VOID OF SILENCE
Label CODE666/ AURAL MUSIC
Leserbewertung
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Schwarze Propaganda für eine herzlose Welt und Musik als Gegenentwurf zur Menschheit: Man hat sich endlich einigermaßen an den Ton der Resignation gewöhnt, der im Doom zur Selbstverständlichkeit, ja sogar zu einem stilbildenden Merkmal geworden war, da kommt eine völlig unbekannte Gruppe daher, hebt militant die Flaggen und ruft zum Widerstand auf. VOID OF SILENCE haben keine simplifizierenden Parolen oder aufbauenden Botschaften im Tornister und auch die Revolution wird noch ein wenig warten müssen, doch ein willkommenes Kratzen an eingerosteten Toren ist „Human Antithesis“ allemal.

Dabei beruht der Verdienst der Band vor allem auf der einleitenden, zwanzigminütigen Titel-Suite, die in drei ineinanderfließende Kapitel unterteilt ist und sich wie ein rumpelnder Kohlenzug auf dem Weg zur Hölle nur schleppend in Bewegung setzt, einmal auf voller Fahrt jedoch unbeirrbar einen Weg durch die Nacht bahnt. „This is where the Dream ends“ heißt es gleich zu Anfang und die sich wie Lichtkegel einen Weg durch die Leere der Dunkelheit bahnenden Streicherflächen werfen Schatten an die Wände des engen Tunnels, der unter dem Donnern des tonnenschweren Schlagzeugs und der drückenden Riffs erbebt. Die Vocals bleiben völlig unbearbeitet, doch gibt gerade die scheinbare Menschlichkeit den Blick auf eine bodenlose, abgrundtiefe Wut und Fassungslosigkeit frei: „Like an infected Junkie, you’re searching for a Fix/ Your God is a Needle, your God is a rusty Razor/ The filth in your blood, the filth in your vein“, Worte wie eine Predigt, willenlos, doch pur wie Quellwasser – ein seltener Gänsehautmoment. Ganz als sei der Auftrag damit erfüllt, wird das Album nach diesem Geniestreich beliebiger, unkonzentrierter und auch ein wenig gewöhnlich. „Grey Horizon“ ist noch ein schönes Stück mit einem melancholisch-melodiösem Finale, doch auf „To a sickly Child“ wabern die Gitarren bereits so tief und undefiniert wie bei der Armada untereinander austauschbarer Gruppen dieses Genres und nur die komplexen und mit Köpfchen konstruierten Arrangements lassen einen noch aufhorchen.

Womöglich wollte die Band einfach ein wenig zu viel des Guten und sowohl die Protagonisten des Fortschritts, als auch die Gralshüter des Wahren bedienen. Dass es dazu nicht gereicht hat, liegt wie man unschwer an den gar nicht so kurzen Momenten der Erleuchtung erkennen kann, nicht an mangelndem Talent, sondern wohl eher an zuviel Ehrgeiz. Trotz des schleichenden Gefühls von Enttäuschung und Ernüchterung, das sich ganz zum Schluss einstellt: Dass immerhin kann man Leichtesten verzeihen.

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