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VOIVOD - Infini

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Artist VOIVOD
Title Infini
Homepage VOIVOD
Label NUCLEAR BLAST
Leserbewertung
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10.0/10 (2 Bewertungen)

Die Kanadier VOIVOD, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Veröffentlichungsjubiläum feiern, gehören seit langen Jahren (eher Jahrzehnten) zu den am meisten respektierten Bands der Metalszene. Daran dürften leider auch ihre nie wirklich überragenden Verkaufszahlen großen Anteil haben. VOIVOD zählen zu den Bands, die sich nie „verkauft“ haben, was auch immer dieser bekannte Szenevorwurf zu bedeuten haben könnte. Gestartet mit wüstem Thrash Metal entwickelte sich ihre Musik recht schnell in progressivere Richtungen. Zusammen mit ihren graphischen und lyrischen Konzepten, für die Drummer Away verantwortlich zeichnete, erschufen sie Musik, die man etwas unbeholfen „progressiven Cyberpunk“ nennen könnte. Obwohl die Band insbesondere zum Ende der 80er/ Anfang 90er auf einem guten Weg schien und sie sich mit „Nothing Face“, „Angel Rat“ und „The Outer Limits“ drei aufeinander folgende Klassiker in die eigene Diskographie stellen konnten, reichte es nicht zum kommerziellen Durchbruch, und als man sich dann auch von der halben Besetzung trennen musste, wurden VOIVOD endgültig zum absoluten Nischenprodukt. Aufmerksamkeit errang die Band in der Zukunft vor allem durch den Einstieg des ehemaligen METALLICA Bassers Jason Newsted und leider auch durch den (viel zu) frühen Tod des Gitarristen Piggy, der das kreative Rückgrat der Band war. „Infini“ ist nun das letzte Album, das die Band mit Piggys Ideen füllen kann. VOIVOD haben bereits angekündigt, im Anschluss kein weiteres Album unter diesem Namen zu veröffentlichen.

„Infini“ ist damit also die Abschiedsvorstellung, aber eine, die ihr nicht endendes Vermächtnis bereits im Titel trägt. Insofern muss um die Veröffentlichung kein künstliches Brimborium gemacht werden und so klingt die Scheibe auch. Unprätentiös könnte man die dreizehn neuen Songs nennen. Sperrig würde aber auch passen. Kaum Gitarrensolos. Fast keine griffigen Gesangsharmonien. Viel Moll. Ständig bewegen sich die Songs zwischen dem Industrial der späten 90er und dem etwas fluffigeren, punkigeren Material der aufgezählten Klassiker. So unspannend und wenig aufmunternd dies vielleicht zunächst klingt, es kommen doch einige sehr geile Songs dabei heraus. Kleinode wie „Treasure Chest“ (mit dem kitschkultigen Leitmotiv „The treasure I found in your eyes“) oder der Rausschmeißer „Volcano“ rocken fukin’ einiges aus dem Weg und zeigen die Band nochmals in absoluter Hochform. Es ist wirklich ein Jammer, dass Piggy diese Songs nicht mehr in der Studioarbeit weiter veredeln konnte und umso sichtbarer ein Riesenverlust für die Szene, auf die Kreativhighlights dieses ganz Großen von nun an verzichten zu müssen.

Letzterer Song zeigt vielleicht am ehesten, warum man sich auch anno 2009 noch eine VOIVOD CD zulegen sollte: So sehr das Klangbild den anderen Songs ähnelt, so sehr auch der Gesang nach seiner Klangfarbe eintönig ist. Irgendwie gelingt es den Kanadiern eine ganz besondere Frische und Energie zu transportieren und den Hörer (zumindest mich!) in seinen Bann zu ziehen. Ich könnte nicht einmal ganz genau sagen, woran es liegt, aber die Band schafft ein total dynamisches Zusammenspiel, Newsted lässt den Bass richtig röhren, Piggy zeigt sein großes Feeling als Riffs schreibender und zockender Gitarrist, Away hält den Laden blendend zusammen und Snake glänzt mit seinem rauen und absolut rock’n’rolligen Reibeisen. Man hört es schon, mich hat dieses Abschiedswerk völlig überzeugt. Lediglich „Earthache“ ist ein nervender Ausfall. Dafür sei mit dem sphärischen „Global Warning“ aber auch noch ein Riesenhighlight benannt. Insgesamt eine fette Kaufempfehlung und ein ganz großes weißes Taschentuch zum Abschied, VOIVOD werden eine Lücke hinterlassen!

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