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VOIVOD - Katorz

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Artist VOIVOD
Title Katorz
Homepage VOIVOD
Label NUCLEAR BLAST
Leserbewertung
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8.0/10 (1 Bewertungen)

Wird dies das letzte Album der legendären VOIVOD sein? Das ist die bange Frage, die sich alle derzeit stellen, nachdem mit Gründungsmitglied Denis „Piggy“ D’Amour einer der am meisten geachteten Gitarristen der Szene auf Grund eines Darmkrebsleidens während des Schaffensprozesses von „Katorz“ leider von uns gegangen ist. Somit ist erneut ein ganz großer Musiker in die Legendenhalle um Jimi, Bon, Chuck und wie sie alle heißen eingezogen. R.I.P. Piggy!

Aber es war sein ausdrücklicher Wunsch, dass seine letzten Aufnahmen zu diesem Album mit verwendet werden, da sie bereits fertig auf seinem Laptop lagen. Also gab er Schlagzeuger Michel „Away“ Langevin Anweisungen, wie er die Spuren nutzen könne für „Katorz“ (eine Abwandlung des französischen Quatorze, heißt ja bekanntlich 14). Zählt man die Best Of-Scheibe mit, handelt es sich mittlerweile nämlich um das 14. Album der Bandgeschichte. Und es kann wieder an die starke Phase Anfang der 90er Anknüpfen, ohne jedoch ganz die Überflieger „Dimension Hatröss“ und „Nothingface“ zu erreichen. Und eines wird auch wieder einmal klar: Jedes ihrer Alben ist auf bestimmte Weise einzigartig! Und VOIVOD werden wohl auf ewig eine der ganz ganz wenigen Bands sein, deren Sound noch nicht einmal ansatzweise von einer anderen Band adaptiert wurde… und das in bald 23 Jahren Bandgeschichte. Dass damit nicht der ganz große Durchbruch gelang, stört die eingefleischten Fans nicht im Geringsten. Und dass Heerscharen an Musikern jeglicher Couleur seit jeher auf die Kanadier abfahren, weiß jeder, der ein wenig in der Szene involviert ist. Wenn es eine Band verdient hat, auf dem Rock Hard-Festival einen Ehrenplatz einzunehmen, dann diese Herren. Fraglich ist allerdings leider, ob die Band überhaupt noch mal Live in Erscheinung tritt und wenn ja, wer das Übermächtige Erbe von Piggy antreten soll bzw. kann.

In die hoffentlich nicht letzte Scheibe dieser absolut einzigartigen Band wird mit „The Getaway“ knackig-rockig und recht flott eingestiegen. Schräge Gitarrensounds dürfen natürlich nicht fehlen, ebenso wenig Aways Drumming und Snakes charismatischer Gesang. Ein äußerst geiler Einstieg, welcher mit dem typisch VOIVOD-schrägen „Dognation“ seine Fortsetzung findet. Auch hier wird fluffig gerockt, von den thrashigen Anfängen der ersten 4 Bandklassiker-Alben hat man sich ja schon geraume Zeit losgesagt. Zu erwähnen wäre natürlich noch die Bassarbeit von „Jasonic“ Jason Newsted, dessen Mitwirken aber weiterhin nicht kommerziell ausgeschlachtet wird. Er war schon immer Fan und Freund der Band, und Kohle fährt er mit VOIVOD sicherlich nicht großartig ein. Auch „Mr. Clean“ entwickelt diesen eigen- und einzigartigen VOIVOD-Groove, der auch weiterhin den ganz großen Durchbruch verhindern wird, trotz Nuclear Blast. Was aber wiederum zeigt, das selbst bei der weltgrößten reinen Metal-Plattenfirma immer noch Fans regieren, denn mit dieser Band lässt sich garantiert nicht der große Reibach machen. Denn auch im weiteren Verlauf der 45-minütigen Fahrt gibt es ausschließlich großartig VOIVODeskes zu vernehmen, und mit den geilen „The X-Stream“ und „Polaroids“ hält man zwei Kracher bis zum Schluß zurück.

Produziert hat dieses erneute Meisterwerk Glen Robinson, der auch schon den Überflieger „Nothingface“ seinerzeit veredelte. Und an genau jenen Sound erinnert man auf „Katorz“. Also taucht ein in den VOIVOD-Kosmos und lasst Euch von einer der musikalisch wichtigsten Bands dieses Planeten in andere Sphären entführen. Zeigt ihnen, dass sie einfach weitermachen müssen!

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