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VOLTER - No Return

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Artist VOLTER
Title No Return
Homepage VOLTER
Label YLÄKULO TUOTANTO
Leserbewertung
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5.7/10 (67 Bewertungen)

„This stereo LP can be played on mono equipment“ steht oben links in der Ecke. Ein Hinweis, der sich in den späten Sechzigern und frühen Siebzigern auf den meisten Alben fand. Dass VOLTER es damit ernst meinen, ist schon nach den ersten Takten des Openers „Dance With Me“ klar: Hammondorgel, Pinselschlagzeug und glasklare Gitarrenakkorde legen sich über eine bestechende Melodie, und die gesamte Produktion steht ganz im Zeichen jener Zeit, als Popmusik noch kein Konsumartikel war, sondern eine Herzensangelegenheit, und kein Mensch je etwas von Mehrbereichskompression gehört hatte.

Hinter VOLTER stecken Antti und Jani, zwei finnische Musiker, die schon seit zehn Jahren gemeinsam an diesen Songs und Arrangements feilten, während sie nebenbei in anderen Bands spielten. Dadurch klingt „No Return“ für ein Debüt erstaunlich ausgereift: Der VOLTER-Sound strotzt natürlich nur so vor Anleihen bei den Legenden der Vergangenheit, allen voran den BEATLES, SMALL FACES, MONKEES, PHIL SPECTOR und JOE MEEK, aber in ihrem Songwriting sind sie völlig souverän. Im klassischen Format des Dreiminutenpopsongs erzählen sie pointierte, unprätentiöse Geschichten über verschwundene Freunde, Kleinstadttristesse, geplatzte Träume und natürlich über die Liebe, angefangen mit dem energiegeladenen „Dance With Me“ bis zur wunderbar sentimentalen Herzschmerz-Ballade „There Is No-One I Really Do Love“, die sich anhört, als würde sie geradewegs von „With The Beatles“ anno 1963 stammen.

Eingespielt und produziert haben VOLTER ihre Songs in Eigenregie. Leise Anklänge von Surf- und Garagensound verbinden sich spielerisch mit psychedelischen Keyboards, die Antti mal leicht, mal träumerisch, mal mitreißend ruppig spielt. Ein Theremin geistert durch den Titelsong, der mit seiner Mischung aus Hammondorgel und Rockgitarre ansonsten auf die DEEP PURPLE der Nick-Simper-Ära verweist, während „Reaching For The Satellites“ von einem schrägen Mellotron geprägt ist. „My Friend Paul“ bekommt einen klimpernden Music-Hall-Touch, und „Good News/ Bad News“ könnte, wenn man es nicht besser wüsste, auch als verschollener Rocker aus der Feder von Leiber/ Stoller durchgehen, den die BEATLES schon im Star Club gecovert haben. Sänger Jani zeigt sich dabei auch überzeugend von seiner lauten Seite, während er sonst zwischen cooler Indie-Sensibilität, ironischem Kommentar und warmer Melancholie hin und her wechselt.

Das alles fügt sich zu einer konsequent retro gehaltenen, aber dabei äußerst vielseitigen Platte, die bei allen unüberhörbaren Anleihen einen unverkennbar eigenen Stil hat. Vor allem aber birgt „No Return“ elf perfekte Popsongs mit bestechenden Melodien und Harmonien, die von tiefer Liebe zur Musik sprechen, aber gleichzeitig dieses gewisse Augenzwinkern mitbringen, das sie unwiderstehlich macht. Wären wir wirklich in den Sechzigern, dann wäre in einem halben Jahr Album Nummer zwei fällig – und darauf könnte man sich jetzt schon freuen.

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