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VOODOO CIRCLE - More Than One Way Home

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Artist VOODOO CIRCLE
Title More Than One Way Home
Homepage VOODOO CIRCLE
Label AFM
Leserbewertung
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6.3/10 (7 Bewertungen)

Noch nie hätten VOODOO CIRCLE sich so international und so englisch in ihrer Neuauflage klassischen Hardrocks angehört, behauptet die Band von sich selbst. Und da ist auch was dran: DEEP PURPLE haben bei den Songs auf „More Than One Way Home“ mehr als nur ein bisschen Pate gestanden. Allerdings, und das ist auch schon das zweitgrößte Problem des ganzen Bandkonzepts: VOODOO CIRCLE orientieren sich vor allem an den DEEP PURPLE zuzeiten von „Perfect Strangers“, und weniger an der kantigen, stilbildenden Truppe der frühen Siebziger. Das andere, tatsächlich größte Problem: Über eine Kopie kommen VOODOO CIRCLE auch auf ihrem dritten Album kaum einmal hinaus.

Und so findet sich auf „More Than One Way Home“ auch schon der Titelsong von „Perfect Strangers“, der hier allerdings „The Ghost In Your Heart“ heißt. Na schön, die Melodie weicht an ein paar Stellen ein wenig ab und die Orgel ist nicht so dominant, dafür kommen noch ein paar „Kashmir“-Streicherelemente mit dazu. Ansonsten ist das schon ein bisschen dreist, was der selbsternannte „Guitar Wizard“ Alex Beyrodt hier abliefert: Ein bisschen Eigeninitiative wäre nicht zuviel verlangt, oder? Für den Hardrock-Fan alter Schule besteht der größte Spaß an diesem Album im heiteren Rätselraten über die Vorlage. Ist da nicht eine Spur von „Still Loving You“ von den SCORPIONS im Solo von „The Killer In You“? Ist „The Saint And The Sinner“ nicht irgendwas von WHITESNAKE und „Cry For Love“ ebenso? Passend dazu bewegen sich auch Texte und Titel im hinlänglich ausgereizten Klischee-Bereich und strotzen nur so vor Tränen im Regen, Heiligen und Sündern, Teufeln und Opfern, schönen Frauen, die in der Nacht weinen und so weiter. Und deswegen erschöpft sich der Unterhaltungswert von „More Than One Way Home“ dann auch ziemlich schnell. Was nach dem ersten Hören bleibt, sind 14 handwerklich gut gemachte Songs, die in erster Linie als Plattform für Beyrodts Gitarrenzauber dienen. Und Beyrodt beherrscht sein Instrument, das ist gar keine Frage. Wenn er mal nicht die ganze Palette aller je erlernten Tricks und Kniffe in ein Solo packt und mehr Gefühl als Geschick zum Zug kommen lässt, dann kommt das durchaus beachtlich rüber, wie beispielsweise bei „Heart of Babylon“. Die meiste Zeit ist er allerdings fest entschlossen, bei jedem Song zu zeigen, wie schnell und großartig er spielt, und das ist ungefähr so bewegend wie MARIAH CAREYs ständige Protzerei mit den berühmten fünf Oktaven Stimmumfang.

Für Hardrock-Gitarren-Nerds, die jeden Song hinsichtlich der verwendeten Klampfe, der Saitenmarke und der speziellen Technik sezieren wollen, ist „More Than One Way Home“ bestimmt eine Fundgrube. Ansonsten ist der Titel des Albums programmatisch: Geht nach Hause, Jungs. Egal, wie viele Wege dorthin führen.

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