Band Filter

VORTEX - Phanopoeia

VN:F [1.9.22_1171]
Artist VORTEX
Title Phanopoeia
Homepage VORTEX
Label TESCO
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
9.3/10 (3 Bewertungen)

Das IKONEN-Magazin gilt den einen als letztes wirklich anspruchsvolles Magazin für abseitige Kunst, einigen anderen jedoch auch als Plattform des Sich-Gegenseitig-Auf-Die-Schulter-Klopfens und Abfeierns der eigenen Intellektualität. Ich selber weiß tatsächlich nicht, was ich denn nun endgültig von dem Magazin halten soll. Chefredakteur Marcus Stiglegger (M.S.) veröffentlicht nun sein Debütalbum „Phanopoeia“ unter dem Pseudonym VORTEX auf Tesco.

Vortexismus war eine von dem aus „Enland“ (wahrscheinlich war England gemeint) stammenden Percy Wyndham Lewis ausgehende Bewegung, die wohl grob dem Kubismus zuzuordnen war. Verschobene Perspektiven, die Suche nach dem Punkt maximaler Energie – „Entering The Vortex“ eröffnet „Phanopoeia“ und greift dies gleich auf. Langsam baut sich Druck auf, man bleibt von dem nervigen Flächenaufbau vieler Ambient-Veröffentlichungen glücklicherweise verschont. „Phanopeia“ zeigt immer wieder gute Ansätze, auch wenn manch Sample etwas verbraucht wirkt („The Axis“ z.B.). Das Konzeptalbum würde zwar auch wunderbar ohne „Vortexism“ funktionieren, bleibt der nähere Zusammenhang doch in Anbetracht manch gewöhnlicher Nummer etwas unklar. Dennoch bleibt das Soundsetting vieler Stücke interessant und bringt ein bisschen Bewegung in die Ambientlandschaften. Percussions, Fieldrecordings, wabernde, sehr reduzierte Rhythmusstrukturen und der atmosphärischer Einsatz von Rückkopplungen wissen durchaus zu packen, wenngleich „Phanopoeia“ im Großen und Ganzen ein Stück weit zu konstruiert wirkt.

Auch das Artwork weiß sich nicht wirklich von anderen eher atmosphärischen Veröffentlichungen abzusetzen. Gerade in Anbetracht der beiden verwendeten „Vortographien“ von Alvin Langdom Coburn bleibt der Eindruck, dass man gerade auch hinsichtlich des Themas etwas mehr herausholen hätte können. Die Faszination und Verehrung des selbst gewählten Inhaltes durch M.S. lassen „Phanopoeia“ eher wie eine Abhandlung über Vortexismus verstehen, als ein wirkliches Durchdringen und „Zueigenmachen“ der Materie. So oder so bleibt „Phanopeia“ ein interessanter Kopftrip, dem jedoch ein oder zwei markantere Stücke bzw. die Weiterführung und Verdichtung mancher Ideen gut getan hätten.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

VORTEX - Weitere Rezensionen

Mehr zu VORTEX