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VROUDENSPIL - Pulverdampf

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Artist VROUDENSPIL
Title Pulverdampf
Homepage VROUDENSPIL
Label TOTENTANZ RECORDS/ ALIVE
Leserbewertung
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8.5/10 (6 Bewertungen)

Wer kann bessere Seemannslieder machen als Hochlandmusiker aus der Nähe Rosenheims. Freibeuter-Folk nennt sich das, was die sieben Spielleute namens VROUDENSPIL performen. Nicht nur auf Bühnen, auch auf Silberlingen bringen sie ihre tanzbare, rhythmische mittelalterliche Folkmusik dar. Mittlerweile haben sich schon viele Musikgruppen dem Genre der Piratenmusik angenommen. Die Rhythmen entstammen den unterschiedlichsten musikalischen Genres, von Rock über Punk und Tango bis zum Rap. Die Texte erzählen von den Freiheiten der Freibeuter, von Rum, Weibern und Gesang. Das Bühnenoutfit entspricht konsequenterweise dem Klischee des Freibeuterseins mit Jack Sparrow an der Spitze. Feuchtfröhliche Lieder, alkohol- und rauchgeschwängerte Spelunken und Meeresrauschen in den Ohren – VROUDENSPIL.

„Ruf der Seele“ rockt sofort los und spielt auf die Sehnsucht nach der Weite der Meere an und hat etwas Abenteuerliches an sich. Ohne Luft zu holen geht es mit „Stürz den Becher“ weiter. Ein Lied, das sich der Legende um den Freibeuter Klaus Störtebecker angenommen hat. „Weißes Rauschen“ mit schnellem Takt beginnend, der immer wieder in langsame Parts verfällt, zum Schunkeln hin tendierend mit schöner Gitarren- und Gesangseinlage, die nach Sehnsucht zum rauschenden Meer und zur schäumenden Gischt befördert. „In der Halle des Dattelschnapskönigs“ bringt schnelle Takte mit einer gewissen Ähnlichkeit zum russischen Kasatschok, unverkennbar eine Hommage an EDVARD GRIEGs „In der Halle des Bergkönigs“. Anschließend das noch schnellere „Tanzt!“, ein punkiges Lied, welches an manchen Stellen den Text in „rappiger“ Form einbringt. Lebenslustig und fröhlich klingt daraufhin „Lebensglut“. Mit Möwengeschrei wird man zum „Plankentango“ eingestimmt. Ein Tango, bei der das Akkordeon den Ton angibt, ein Lied, das aufgrund seines Choralgesangs sofort an Käpt’n Flint auf der Schatzinsel, hingegen das Akkordeon immer wieder an Frankreich erinnert. Schöner Ausklang mit dem Wellenschlag. „12 Pfund“ erzählt von dem Kampf auf den Meeren. Der Takt hat etwas poppiges, was zweifelsohne zum Mitsingen anfeuert. Die ersten Töne klingen bekannt. Ein Schelm, wer nicht an den „Spielmannsschwur“ von SALTATIO MORTIS denkt. Doch dann findet das Lied seinen eigenen Rhythmus. Zumal der Refrain sehr eingängig ist und sich ein ganzes Burgvolk vor der Bühne wohl dabei fühlen wird. „Land in Sicht“ mit Dudelsack und Gitarre stimmt das Lied samt zum Träumen ein. Doch spätestens mit dem Refrain kann mit dem Schunkeln begonnen werden.

Ein wunderbares Album, das zweifelsohne mit jedem Track stärker wird. Energiegeladener, aus eigener Feder stammender Tanzfolk, der auf dem dritten Album dieser Freibeuter zu hören ist. Sanfte Töne nur in einzelnen Momenten, ansonsten wird Durchhaltevermögen beim Tanzen erwartet.

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