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WALK THE MOON - Talking Is Hard

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Artist WALK THE MOON
Title Talking Is Hard
Homepage WALK THE MOON
Label SONY
Leserbewertung
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Es ist zwar schon ein paar Tage her, dass „Talking Is Hard” das Licht der Plattenläden erblickt hat, doch angesichts des Erfolges der Single „Shut Up And Dance“, wollen wir den dritten Silberlings der vier Jungs aus Cincinnati/Ohio doch jetzt mal näher unter die Lupe nehmen. Vor drei Jahren ließ das Quartett erstmals international aufhorchen: die Single „Anna Sun“ platzierte sich in den Top Ten der US-amerikanischen und in den Top 40 der kanadischen Alternative-Charts. 2015 gelang Nicholas Petricca (Gesang, Songwriting, Keyboards), Eli Maiman (Gitarre, Gesang), Kevin Ray (Bass, Gesang) und Sean Waugaman (Schlagzeug, Gesang) bereits der Durchbruch: nachdem der Song „Shut Up And Dance“ Platz eins der Spotify Viral Top 50 Charts und anschließend die Spitze der Billboard Hot Rock Songs und Rock Airplay Charts erreicht hatte, kletterte der hymnische Rockpop-Track bis auf Platz acht der Billboard Hot 100 und bescherte dem Quartett damit den ersten Top Ten-Hit der Karriere. Mittlerweile findet sich „Shut Up And Dance“ auf der ganzen Welt auf dem Weg in Richtung Chartspitze – in Australien, Kanada, Schweden, Neuseeland und den Niederlanden ist der Song bereits in den Top 30 angekommen.

„Talking Is Hard“ ist das zweite Album von WALK THE MOON, das in Zusammenarbeit mit ihrer Plattenfirma RCA/Sony entstanden ist, nachdem 2010 ihr DIY-Debüt „I Want! I Want!“ erschienen war. Zwischenzeitlich waren die Herrschaften, die 2008 zusammengefunden haben, im Vorprogramm von WEEZER, YOUNG THE GIANT und den KAISER CHIEFS zu sehen und zu hören. Zu ihren musikalischen Vorbildern zählen sie zudem DAVID BOWIE, die TALKING HEADS und THE KILLERS. Damit wären die stilistischen Grundfesten geklärt und der geneigte Leser hat schon mal eine ungefähre Vorstellung vom Indie-Pop der Amis, der vor allem eins will: unterhalten! Getanzt werden darf auch gern, aber macht euch ansonsten bitte nicht zu viele Sorgen, wird schon alles gut gehen! In diesem Sinne eröffnet „Different Colors“ den bunten Reigen mit beschwingten Melodien, ehe „Sidekick“ Tempo macht und ein wenig an MAXIMO PARK im Eighties-Feeling erinnert. Etwas aus dem Rahmen fällt hingegen „Up 2 U“, das im Refrain ungewohnt rockig, aber durchaus hörenswert daherkommt. KILLERS-Fans werden sich in das temperamentvolle „Avalanche“ verlieben, während „Portugal“ und „Down In The Dumps“ abermals die großen Synthie-Zeiten der Achtziger hoch leben lassen. „Work This Body“ geht problemlos aus Indie-Pop-Schlager durch – mir dann doch eindeutig zu weichgespült. Glücklicherweise kommen die Jungs dank „Spend Your $$$“ ziemlich schnell wieder auf die richtige Spur und servieren schmackhafte Indie-Kost, die eindeutig mehr Substanz und Abwechslungsreichtum mitbringt. Darauf folgt mit „We Are The Kids“ und „Come Under The Covers“ massenkompatibler Radio-Stuff, der mühelos ins Ohr geht, gleichzeitig aber auch keine besonders lange Halbwertszeit hat. Mit dem finalen „Aquaman“ könnte der Vierer gegebenenfalls auch noch eine Boyband-Karriere einschlagen, genügend Schmalz bringt die Nummer auf jeden Fall mit.

Wir wollen jedoch hoffen, dass WALK THE MOON nichts in der Richtung vorhaben. Für mich bleiben die Amis das, was sie auch schon mit dem selbstbetitelten Vorgänger waren: nett anzuhören, hier und da ein paar herausragende Songs, keine echten Tiefschläge, aber über alles betrachtet auch keine Offenbarung. Daheim mag das für den großen Durchbruch reichen, hierzulande sehe ich den mit „Talking Is Hard“ noch nicht, auch wenn das Album als leichte Unterhaltung für laue Sommerabende bestens geeignet wäre. Fehlt nur noch der Sommer. Womit wieder alles wie vor drei Jahren ist…

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