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WALLS OF JERICHO - Redemption

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Artist WALLS OF JERICHO
Title Redemption
Homepage WALLS OF JERICHO
Label TRUSTKILL
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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4.0/10 (1 Bewertungen)

Manchmal hegt man ja allergrößte Hoffnungen, wenn man sich nur stur nach den Fakten richtet, die dem geneigten Hörer (und in diesem Falle eigentlich auch Fan) präsentiert werden. Die Könige des Female-Brüll-Mosh-Core-Metals gepaart mit den Skills eines Corey Taylors, seinerseits Frontmann von SLIPKNOT und STONE SOUR und dort für regelrecht süchtig machende Melodien verantwortlich (und hier für die Produktion und Backing-Vocals zuständig)… da sollte doch eigentlich zumindest ein grundsolider Metal-Monolith auf die gierige Menschheit zukommen…

Nur leider ist das Ergebnis alles andere als „amazing“, wie Herr Taylor vollmundig im Promo-Zettel verkündet. Die fünf Songs auf dieser EP taugen höchstens als letzte Zugabe einer Live-Show und selbst dann würden sich die Fans sicherlich schon kopfschüttelnd auf dem Heimweg begeben. Denn Madame Kusculain ist des Schreiens übermütig (und wahrscheinlich ein wenig von dem unglaublichen Erfolg von IN THIS MOMENT angefressen) und sucht nun ihre balladeske, melodische Seite. An solch einem Vorhaben ist ja grundsätzlich nichts auszusetzen, aber leider ist alles an „Redemption“ bestenfalls als medioker zu bezeichnen…leider. Und es sei noch einmal erwähnt, dass das nichts mit sturem Fantum und „Schuster, bleib bei deinen Leisten“ zu tun hat, denn das Songwriting ist wirklich bestenfalls als langweilig zu bezeichnen und wirkt überdies sehr aufgesetzt. Es ist viel schwerer, einen gelungenen, ruhigen Song zu schreiben, als einen der Dir nur ins Gesicht springen will…

Der erste Song „Ember Drive“ klingt wahrlich wie eine abgespeckte Version des SMASHING PUMPKINS Klassikers „Disarm“ minus dem Drive und der zwingenden Melodie. „My last stand“ und „Addicted“ erinnern leicht an ein ähnlich gelagertes Experiment von den damaligen Grunge-Helden ALICE IN CHAINS. Mit „Jar of Flies“ veröffentlichten diese ebenfalls eine EP mit reinen akustischen Stücken, das Ganze aber mit einem ungleich besseren Ergebnis. Jedenfalls tendieren die Songs in eine verdammt ähnliche Richtung. „No saving me“ punktet höchstens mit einem leichten „And justice for all“–Flair, wird aber unverschämterweise vom letzten Album „With devils amongst us all“ recycelt. Und dann auch noch „House of the rising sun“ zu covern, grenzt sowieso an kreativem Selbstmord (und man dachte nach der DORO Version könnte keine unnötigere mehr kommen). Obendrein klingt es auch noch schlecht gespielt und verströmt eher eine Stadtfest-Atmosphäre, als das man vermuten würde, Detroits Finest WALLS OF JERICHO hätten den Track auf dem Gewissen.

Ansonsten hält sich die Band auf allen Tracks dezent zurück, Candaces Gesang ist recht passabel, besitzt für diese Art von Musik aber nicht recht die richtigen charakteristischen Züge. Alles wirkt ein wenig zu gewollt und im Endeffekt nicht richtig gekonnt, was wirklich sehr schade ist, denn die Grundvoraussetzungen ließen auf eine spannende Veröffentlichung einer ansonsten verdammt guten Band hoffen (und auch der geneigte Metal-Fan freut sich auch manchmal über gelungene Kuschel-Rock-CDs).

Da lege ich mir lieber die ersten 7-Inches noch einmal auf den Plattenteller und hoffe, dass mit dem richtigen nächsten Album diese Scharte wieder ausgewetzt wird. Es sei denn, die minderjährigen MySpace-Melancholiker überschütten die Band jetzt mit Lobes-Hymnen, dann haben wir die „alten“ WALLS OF JERICHO wohl verloren… Dieses Release ist aber meiner Meinung nach leider nur als überflüssig zu bezeichnen.

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