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WARLIGHT - The Bloodchronicles

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Artist WARLIGHT
Title The Bloodchronicles
Homepage WARLIGHT
Label WHIRLWIND RECORDS
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Die Band heißt WARLIGHT, die Platte hört auf den Namen “The Bloodchronicles”, das Logo erinnert an SLAYER, die Songtitel haben klangvolle Namen wie „Death to Babylon“, „The Exorcist“ oder „A Prayer from the wolves“, die Mitglieder heißen Dagfinn, Yngve, Frode und Arvid, kommen obendrein aus Schweden und lassen sich gerne in schwarz-weiß vor obskuren Gebäuden ablichten…

Aufgrund dieser Ausgangslage sollte man es mir nachsehen können, dass ich hier mit einer weiteren Ausgabe des nordischen Schwarz-Metalls gerechnet hatte, aber, heidewitzka, da bin ich den Jungs wohl voll auf den Leim gegangen… Das atmosphärische Horror-Intro lässt mich nach einlegen des Silberlings noch weiter in meinem Irrglauben, aber Sekunden später wird dem Hörer ein TURBONEGRO-Gedenkriff um die Ohren gehauen, das einem vor Überraschung der Mund weit offen stehen bleibt. Nach 1.40 Minuten ist der Track auch schon vorbei gerockt, um für den nächsten Punkrock-Stampfer Platz zu machen. Hier wird dann noch ein großer Schippen HELLACOPTERS (zu deren mittlerer Phase) drauf gelegt und auch GLUECIFER sind an der Lead-Arbeit der Gitarren nicht ganz unschuldig. Dazu gibt es eine Menge Refrains zum „Arme-in-die-Luft-recken“ und das „rechte-Bein-auf-die-Bühne-zum-abbangen-stellen“.
Aber schon bei „Snake Blood“ wird das Tempo wieder ordentlich zurückgefahren, um Platz für BACKYARD BABIES artigen Stadionrock zu machen. NASHVILLE PUSSY, PUFFBALL und die HOOKERS klingen auch des Öfteren an, aber spätestens bei „Drive me in the Firewagon“ biegen die Jungs an einer komplett anderen Kreuzung ab… Dort gibt es auf einmal atmosphärischen, Achtziger-Synthie-Pop! Kurz bevor eine gewisse Eintönigkeit im Gesamt-Sound der Band offensichtlich wurde, haben die Bergener einfach mal einen komplett anderen Sound auf den „Bloodchronicles“ verewigt. Danach geht es eher mit entspanntem Boogie-Rock weiter, bei dem wohl eher STATUS QUO oder AC/DC Pate standen.
Strange Platte, aber irgendwie gut… der Sound kommt direkt und genau richtig unterproduziert, Sänger Dagfinn hat den perfekt melodischen Rotz in der Stimme und die Songs können auch was.

Wer sich also auf den etwas richtungslosen Ansatz von WARLIGHT einlassen mag, wird mit einer durchaus spannenden Scheibe belohnt. Alle anderen verpassen aber nicht unbedingt einen neuen Klassiker des Skandinavischen Rocks, sondern nur eine weitere gelungene Schattierung. Trotzdem Daumen hoch!

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