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WARREL DANE - Praises to the War Machine

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Artist WARREL DANE
Title Praises to the War Machine
Homepage WARREL DANE
Label CENTURY MEDIA
Leserbewertung
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9.5/10 (2 Bewertungen)

“The World is dark – and the World is grey – ‘cause nothing ever changes – when we pray”

Schon mit dem ersten Songs seines Soloalbums geht Warrel Dane, seines Zeichens legendärer Sänger der legendären SANCTUARY in die Vollen und greift eines seiner liebsten Themen erneut auf. Als besonders frömmelnd ist Dane nie durchgegangen, schon 1990 kann man es auf dem bis heute größten Werk mit seiner Beteiligung nachlesen: „Greater understanding really isn’t hard to find – Never will you see unless you open up your mind – Religious misdirection washes out reality – Tear down the facade and see into infinity“, dies ein Auszug aus dem damaligen Schlusssong „Communion“, und auch der letzte NEVERMORE – Szeneverzücker trug ja den eindeutigen Titel „This Godless Endeavor“.

Dass Dane auch auf seinem Solodebüt lesenswerte Texte verfassen würde, mag jedoch nicht überraschen, wenden wir uns also der Musik zu, die für die meisten DANEisten wahrscheinlich im Zentrum des Interesses stehen dürfte. Und da ist dieser erste Song ein klingendes Ausrufezeichen! Dies ist der möglicherweise beste Song der noch jungen Metalspielzeit 2008. Ein total songorientiertes Riff trifft auf beschwörenden Gesang trifft dann auf hymnischen Refrain, den Dane klar und melodiös einsingt. Ganz großes Metal-Kino! An dieser Stelle ist auf Danes partner-in-crime einzugehen. Dies ist kein Geringerer als der frühere SOILWORK Gitarrist und (zu seiner Zeit alleiniger) Song-Writer Peter Wichers. Er verleiht den Stücken die Treffsicherheit und die Bissigkeit, die zumindest ich bei NEVERMORE (vor „This Godless Endeavor“!!) gelegentlich vermisst habe. Auf der anderen Seite gewinnt Wichers durch die Zusammenarbeit die Ausdrucksmöglichkeiten, die mit dem limitierten „Speed“ Strid wohl nie möglich waren. Wo bei SOILWORK die Eingängigkeit als flache Geste im Raum stehen bleibt, ist sie hier das Fundament, auf dem tolle musikalische Ideen entwickelt werden. An dieser Stelle ist dem Sänger Dane ein weiteres Lob auszusprechen: Wer befürchtete, Dane würde sein Soloalbum zu einer Großpräsentation seiner Stimme nutzen, darf sich entspannen. Diese Scheibe liefert keinen Narzissmus, zwar singt Dane absolut klasse, aber dies tut er ja immer. Besondere Ausritte und Verrücktheiten finden nicht statt, Dane bleibt mit seiner Stimme stets erster Diener seiner Songs. Diese Bescheidenheit spiegelt sich auch im Mix wieder, der allen Komponenten hinreichend Raum zur Entfaltung lässt. Zur Ausgewogenheit tragen auch die übrigen Mitstreiter Dirk Verbeuren am Schlagzeug und Matt Wicklund an vier und sechs Saiten mit ihrem hochklassigen aber unaufdringlichen Spiel bei.

So entsteht fast zwangsläufig tolle Musik, die zu keiner Zeit langweilig wird, da Stimmungen und Kompositionen auch immer wieder variiert werden. Ein treffendes Beispiel ist die Abfolge des getragenen und melancholischen „Your chosen Misery“ mit dem harten und treibenden „The Day the Rats went to War“, das insbesondere mit einem schneidenden Eröffnungsriff glänzt. Das sich anschließende „Brother“ erinnert vom Aufbau und der Stimmung deutlich an „Sentient 6“ vom letzten NEVERMORE Album. Auch „Brother“ ist ein toller Song wie das genannte Referenzstück und zeigt schon fast eine ganz neue Blaupause zum Songwriting. Es trägt zwar deutliche Züge der altbekannten Powerballade, mischt die Bestandteile aber ganz anders als zum Beispiel die berühmten Lehrbeispiele aus der METALLICA Schule. Ein großer Wurf und echter Volltreffer! Einziger Füller und kleiner Wermutstropfen (klitzekleiner!) ist das Paul Simon-Cover „Patterns“, das zumindest ich nicht unbedingt gebraucht hätte. Aber WARREL DANE liefern zum Schluss noch ein echtes Sahnehäubchen: „Equilibrium“ ist eine waschechte Reminiszenz an glorreiche „SANCTUARY-Tage und eine Speed Prog-Walze, die sich gewaschen hat!

Unterm Strich bleibt ein Solo Ausritt mit Klassiker Ambitionen. Diese Scheibe muss sich hinter den meisten NEVERMORE Releases nicht verstecken und ist die perfekte Kreuzung aus eben NEVERMORE und SOILWORK. Ohne auch nur den Anflug eines schlechten Gewissens empfehle ich den sofortigen Kauf!

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