Band Filter

WARRIOR SOUL - Stiff Middle Finger

VN:F [1.9.22_1171]
Artist WARRIOR SOUL
Title Stiff Middle Finger
Homepage WARRIOR SOUL
Label CARGO RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
5.7/10 (6 Bewertungen)

Gute drei Jahre ist es her, dass der geborene Rebell Kory Clarke sein 15 Jahre lang auf Eis gelegtes Betätigungsfeld WARRIOR SOUL mit einigen neuen Mitstreitern reaktiviert hat. Kürzlich nun erschien der Nachfolger des Comebacks „Destroy The War Machine“ namens „Stiff Middle Finger“. Und wie nicht anders zu erwarten, ist das Album genau das, nämlich ein fest arretierter Mittelfinger, adressiert an die hässliche Fratze der modernen Gesellschaft.

Mit der Huldigung an die gleichnamige Bewegung „Occupy“ wird gleich zu Beginn des Albums klargestellt, worum es geht, nämlich um klare und deutliche Statements zum Zustand der Welt auf der einen (inhaltlichen) Seite, sowie um kraftvollen, gut durchgegarten und gleichzeitig immer melodischen Rock n’ Roll. Kommt der Opener noch relativ spacig daher, wird ab dem zweiten Song „Planetary Revolution“ das Gaspedal schon etwas mehr beansprucht und man erkennt die alten Tugenden der früheren WARRIOR SOUL-Werke wieder, vor allem die dezente Rotzigkeit, die die Mannen um den charismatischen Clarke immer schon ausgezeichnet hat. Letzterer wird zwar nie ein restlos begnadeter Sänger werden, eher hat man sogar angesichts der deutlich hörbaren Effektbatterien, die über die Vokalspuren gelegt wurden, den Eindruck, dass der gute Mann mittlerweile ein wenig schwach auf der Brust ist. Aber sei’s drum, hier geht es nicht um Schönheitswettbewerbe oder den Award für die hochwertigste Opernarie, sondern vornehmlich um Attitüde. Das wird dann spätestens beim Abgesang auf das vergangene Jahr „2012“ deutlich, was mehr ein gesprochenes, technoid-experimentell unterlegtes Statement darstellt als einen wirklichen Song. Spaß macht’s trotzdem aufgrund der deutlichen Ansagen des Chefkriegers und bringt einen in die richtige Stimmung für das darauf folgende „Tear This Fucker Down“, was wohl allen in „2012“ gebrandmarkten Unpersonen gelten darf. In „Rubicon“, dem vielleicht gelungensten Tracks des Albums, wird dann noch kurz eine kleine Vision aufgezeichnet, wie die Gesellschaft in einer besseren Welt aussehen könnte, bevor der Frontmann im abschließenden „Light Your Bonfires“ noch kurz zum halbakustischen Alleinunterhalter mutiert, was zwar irgendwie latent überflüssig, aber andererseits auch ein ganz guter Schlusspunkt der knappen Dreiviertelstunde ist.

Fazit: „Stiff Middle Finger“ ist weder ein Meisterwerk seines Genres, noch wartet es mit irgendwelchen Überraschungen auf, ist aber insgesamt ein ordentliches Album irgendwo zwischen klassischem Riff-Rock und straßentauglichem Punk-Appeal. Kenner der Band sollten durchaus ein Ohr riskieren, interessierten Newbies seien vielleicht eher die Alben aus den Neunzigern ans Herz gelegt.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

WARRIOR SOUL - Weitere Rezensionen

Mehr zu WARRIOR SOUL