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WASTED SHELLS - The Collector

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Artist WASTED SHELLS
Title The Collector
Homepage WASTED SHELLS
Label SONIC REVOLUTION
Leserbewertung
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7.0/10 (2 Bewertungen)

WASTED SHELLS sind eine junge, aufstrebende Metalband aus dem Mutterland der guten Musik (aka Schweden), die mit „The Collector“ ihr zweites Album vorlegt und dafür bereits beeindruckende Kritiken in der skandinavischen Presse einsammeln (sic!) konnte. Man verwendet dort Adjektive wie „bahnbrechend“, „innovativ“ und ähnlich gewagte Worte.

Große Töne sind das für eine Band, die sich in der Schnittmenge von Thrash Metal moderner Prägung und dem viel zitierten Metalcore bewegt, also einem Bereich, der seit Jahren nicht gerade durch rasante Weiterentwicklungen von sich reden macht. Folgerichtig klingt der Opener „Machine“ denn auch wie eine durchaus anständig hingerotzte Hommage an die frühen MACHINE HEAD, gefolgt vom latent Oldschool-lastigen „Stand Alone“. Bahnbrechend und innovativ ist das nicht wirklich, wenn auch spielerisch durchaus kompetent dargeboten, gekonnt und flüssig arrangiert sowie angenehm erdig und ausreichend wuchtig produziert. Auch eine gewisse eigene Note kann man den Schweden nicht absprechen, die vornehmlich durch den starken Gesang von Fronter Ola Svensson entsteht, der gekonnt zwischen aggressivem Shouting und kraftvollem Klargesang hin und her pendelt und dadurch Brechern wie „Thrown Down“ oder „Bulwark“ eine interessante Dynamik verleiht. Letztere zeigt sich im Besonderen bei den epischeren Stücken mit beinahe progressivem Charakter wie „The Atheist“ oder dem formidablen „A Barren Country And The Walking Dead“, in denen die WASTED SHELLS ein verstärktes Augenmerk auf spannende Melodiebögen legen und mit gekonnt eingeflochtenen Breaks glänzen können. Das ist dann zwar immer noch keine Neuerfindung des Rades allerdings doch immerhin einigermaßen originell, vor allem aber technisch überaus versiert dargeboten. Überhaupt wächst „The Collector“ mit zunehmender Spieldauer, so dass die anfängliche Skepsis letztlich doch verfliegt und sich der Rezensent selbst bei dem einen oder anderen anerkennenden Kopfnicken und zuweilen gar beim dezenten Headbanging ertappt. Und falls die zweite Hälfte des Albums ein Hinweis darauf sein sollte, wie WASTED SHELLS in Zukunft agieren werden, darf man schon sehr gespannt sein, was da wohl noch kommen mag.

Fazit: WASTED SHELLS liefern mit „The Collector“ ein ordentliches, modernes Metalalbum ab, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ob das für eine Führungsrolle im Hartmetall-Sektor schon ausreicht, darf wohl arg bezweifelt werden, ein kurzweiliges Hörvergnügen ist das Scheibchen aber allemal.

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