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WATAIN - Lawless Darkness

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Artist WATAIN
Title Lawless Darkness
Homepage WATAIN
Label SEASON OF MIST
Leserbewertung
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7.0/10 (3 Bewertungen)

Schon jetzt scheint es relativ sicher, dass man dereinst 2010 als ein großes, ein ganz großes Jahr in der Geschichte der schwärzesten Metal Spielart rühmen wird. Nach dem famosen Paukenschlag, den die völlig neu aufgestellten NEGURA BUNGET hingelegt haben, nach dem noch besseren Debüt des Thomas Gabriel Fischer mit seinem neuen Betätigungsfeld TRIPTYKON nun ein weiterer wahrscheinlicher Klassiker: WATAIN legen ihren vierten Streich vor. Nun pfeifen es die Todesraben lange schon von den Kirchendächern: diese völlig verrückten Schweden haben das Zeug und sind prädestiniert, die nächsten Anführer der Pandaszene zu werden. Schon die letzten Alben „Casus Luciferi“ und „Sworn to the Dark“ kann man als kleine Genreklassiker durchgehen lassen, fantastische Black Metal Alben sind es allemal. Dazu kommen die mitreißenden Konzerte, die ähnlich prominenten Bands wie NAGLFAR oder auch DARK FUNERAL um Dunkeljahre voraus sind. Und, ja bitte, auch ein kleiner Skandal hat der Combo nicht geschadet, ganz im Gegenteil: so wurde die Band zunächst an die NSBM Szene angedockt, um sich dann medienwirksam distanzieren zu können.

Dies alles hat die Schweden in die Ausgangsposition gebracht, dass die neue Scheibe mit riesiger Spannung erwartet wird. Und WATAIN werden den Hoffnungen gerecht! Die Qualität der Band liegt nicht mal hauptsächlich darin, dass sie die notwendigen Komponenten guten schwarzen Metalls allesamt im Köcher führt. Als da wäre das unabdingbare knatternde Gehacke, das vor allem in den kürzeren Tracks wie dem Opener „Death’s Cold Dark“ oder auch in „Reaping Death“ zum Zuge kommt. WATAIN können es auch im gemäßigten Tempo, wie alle Songs zeigen. So können WATAIN intensive Stimmungen erzeugen: unheimlich-schaurig im überragenden neunminütigen „Wolves Curse“ oder auch majestätisch-pathetisch wie im ebenso fantastischen Rausschmeißer „Waters of Ain“. Diese Songs zeigen auch wieder einmal, wie sehr inspiriert doch viele der düstersten Metaller ausgerechnet von den britischen Jungfrauen und ihren Doppelläufigen sind. Und es passt!

Dennoch: damit ist die Pointe um „Lawless Darkness“ weder hinreichend benannt noch beschrieben. Ein zukünftiger Klassiker ist dieses Album vor allem, weil WATAIN 2010 endgültig nur noch bei sich selbst sind. Trotz der selbstverständlichen Zitate aus der ganzen Szene klingen WATAIN anno 2010 vom ersten bis zum letzten Ton vor allem nach WATAIN. Es ist somit die endgültige Geburtsstunde einer einzigartigen und unverwechselbaren Band. So gesehen ist es nicht einmal entscheidend, ob einem nun das eine oder das andere Lied besser oder schlechter gefällt. Entscheidend ist es, dass diese Formation sich nur noch auf einem Wege befindet und das ist der eigene. Vor diesem Hintergrund ist es auch legitim, wenn die Schweden ihren neuen Streich relativ unbescheiden mit „Hammerheart“, „Master of Puppets“, „Storm of the Light’s Bane“ oder ähnlichen Paukenschlägen vergleichen. Die Parallele besteht nicht in erster Linie in der Qualität, die „Lawless Darkness“ hat, sondern die Originalität, die spätestens mit dieser Scheibe begründet werden wird. WATAIN reihen sich ein in die Riege der stilprägenden Black Metal Bands und werden in den nächsten Jahren aller Wahrscheinlichkeit nach noch stärker unter Szenebeobachtung stehen. Wie man die Band bisher kennen lernen durfte, wird es den Schweden weit am Untergeschoss vorbei gehen und das ist so auch recht.

Black Metal Fans kommen, das wird nach dieser Rezi nicht überraschen, nach meinem Dafürhalten an „Lawless Darkness“ nicht vorbei. Wer aber immer noch Argumente braucht: „Malfeitor“ ist einer der geilsten BM Songs ever. Muss man kennen! Bitte ab an die Kasse!

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