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WAYD - Decadance

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Artist WAYD
Title Decadance
Homepage WAYD
Label METAL AGE PRODUCTIONS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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Wenn alles eine Reaktion auf irgendwas ist (und wie könnte es nicht so sein), worin besteht dann der Auslöser für diese Platte? Im Fall kultureller Grenzen? Im „Everything goes“? In der postmodernistischen Auffassung, dass alles Zitat ist, einschließlich des Postmodernismus selbst? Oder im urbanen Isolationismus und seiner subsequenten Prospektivlosigkeit?

Vielleicht – und das macht es einfacher und verwickelter zugleich – viel eher in dem Bestreben, sich nicht festlegen zu wollen. Musiker bestehen ja grundsätzlich darauf, nicht verglichen zu werden (weil sie darin eine Kränkung ihrer nach Einzigartigkeit strebenden Egos sehen), aber wie soll man beim Hören dieses Albums keine Vergleiche heranziehen? Das Titelstück ist die Neuerfindung Killing Jokes als Nu-Metal Tanzkapelle und in „Sperm, milk & fate“ gibt es einen Schlagzeugshuffle wie zu glückseligen Madchester-Zeiten. Wenn danach die Todesgitarren anklingen und von experimentellen Versatzstücken durchbrochen werden, kullern einem Tränen der Rührung und der Erinnerung an Chuck Shuldiner aus den Augen, doch schon bald wird aus Jazz Folkore und dürfen waschechte Bläser im Hintergrund tröten, oder bei den Instrumentals „Hyperventilation“ und dem Post-Metal-Zaziki von „Dead Gallery“ sogar die Führungsrolle übernehmen. Dann ist WAYD nach großen Gefühlen – „Waiting for the Sun“ hätte auch das „angry inch“ Peter Steele nicht besser hingekriegt. Von ABBA bis ZAPPA in 50 Minuten, hier wird es möglich. Es besteht dabei keine Frage, dass es sich bei diesen Jungs um talentierte Musiker handelt, die zu tollen Songs mit außergewöhnlichen Arrangements im Stande sind – „Dust“ mit seinen gespenstischen Keyboardflächen und das bereits genannte „Decadance“ gehören auf jeden Fall dazu. Doch kann einem die Band leider den totalen Rundumschlag nicht plausibel machen.

Es ist ähnlich wie in „Der Plan von der Abschaffung des Dunkels“ von Peter Hoeg, in dem sich das Netz dunkler Spannungsfäden immer mehr aufzulösen beginnt und schließlich den Blick auf eine äußerst mediokre und alltägliche Kriminalgeschichte freigibt. Angesichts der unübersehbar investierten Inspiration und derart konzentrierter Kreativität kann Gleichgültigkeit nicht die Reaktion gewesen sein, die WAYD mit „Decadance“ beim Hörer beabsichtigt haben.

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