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WELLBAD - Heartbeast

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Artist WELLBAD
Title Heartbeast
Homepage WELLBAD
Label BLUE CENTRAL RECORDS
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Diese Stimme klingt wie hundert Leben. Der WELLBAD-Bandleader Daniel Welbat singt, als hätte er Jahre in den dunkelsten Bars abgehangen. Den Stift fest in der Hand, nervös kritzelt er seine Texte auf vergilbte Bewirtungsbelege, die Augen wandern durch das belebte Lokal. Er ist auf der Jagd nach Geschichten. „Die kleinen Dinge, ganz groß erzählen“. Das ist sein Ziel! Seine neue Platte „Heartbeast“ ist eine Hommage an seine große Liebe: den Film. Als Spross einer Künstler- und Filmemacher-Familie verbrachte der Hamburger seine Jugend größtenteils auf Filmsets. „Das hat mich geprägt. Der elektrisierende Tanz auf dem schmalen Grat zwischen Wahrheit und Kunst. Ich wollte diesem Teil meiner Welt ein Album widmen. Und darum ist „Heartbeast“ der Soundtrack zu einem Film, der niemals gedreht wurde.“

Der Plot ist Brennstoff für eine mitreißende Live-Performance. Erzählt wird die Story von E.L. Kruger. E.L.s wilder Ritt entlang der Abgründe des Seins dauert zwölf Songs. Roots Rock verliebt sich in Hip Hop. Jazzige Geistesblitze werden vom Blues wieder auf den Teppich geholt. Herrliche Melodien und catchy Hooks laden zum Verlieben ein und lassen einen nur schwer wieder los. Und bei allem sorgt die großartige Band mit packendem Groove für diesen leichten Zugang zu den ausgeklügelten Arrangements. Los geht’s mit der Ouvertüre: „Young“. Stampfend, pulsierend, ein Tanz auf dem Vulkan. Mit verzerrter Stimme stellt der 29-jährige Songwriter klar: „Ain’t too done to die young!“ „Elephant Man“ erzählt die wahre Geschichte von Joseph Merrick, dem sogenannten Elefantenmenschen. Über den rap-artigen Gesang und das Grölen des Bass-Saxophons hinweg führt Daniel Welbat sein Publikum tiefer hinein in seinen ganz persönlichen Lebensfilm. Im Uptempo-Track „Robbery“ wird der Zuhörer schlagartig Zeuge eines Raubüberfalls. Jedoch geht es hier weniger um einen materiellen Diebstahl, vielmehr um das brutale Ende einer tragischen Liebesgeschichte. Bei „Heal A Wound“ gleicht sein Gesang einer Reise auf den Traumpfaden des Blues, mitten durch die düsteren Orte der Seele. Doch das Ende ist auf bizarre Weise versöhnlich und hoffnungsvoll: „Be grateful! You still got a body left to ruin“. „Skeleton“ ist ein mystischer Tanz, ein Heilungsreigen, bei dem man die Sorgen und den Schmerz „wegtanzen“ soll. Von „The Void“, einem urschrei-ähnlichen Gruß an die längst Verlorenen und Vergessenen, führt der imaginäre Film über den pumpenden E-Gitarren-Sound von „The Overfeeding“, den hysterisch-verzweifelten Beat von „Off-Tuned Body“, das mich an EVERLAST denken lässt, hin zu einer eiskalten Abrechnung mit einer verflossenen Liebe bei „Limited Tears“. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt, denn bei „Bad Day For The Blues“, einem skurrilen Liebes-Duett (mit der kanadischen Blues-Hoffnung SAMANTHA MARTIN) zweier suchender Seelen, finden die Liebenden wieder zueinander. „Let It Sin“ öffnet eine neue Falltür im WELLBADschen Erzähl-Kosmos, und inzwischen hat man längst vergessen, was noch Realität und was schon Fiktion ist. Allerdings ist das auch nicht mehr so wichtig, denn da beginnt bereits das letzte und intimste Stück des Albums: „Spit It Out“. Ein letztes Aufbäumen, ein letzter wohliger Seufzer, ein episches Liebeslied über die Liebe selbst. Und dann ist der Film zu Ende.

Ja, man hat zweifellos Bilder vor seinem geistigen Auge, wenn man „Heartbeast“ hört. Noch viel mehr hat man aber großartige Blues-Rock-Klänge im Ohr, die eine sehr eindeutige Sprache sprechen: Hier sind mit Daniel Welbat (Gesang & Gitarre), Jonas von Orde  (Drums), Joachim Refardt (Keys & Trompete), Stefan Reich (Bass) und Arne Vogeler (Leadgitarre) fünf begnadete Musiker am Werke, die mit viel Herzblut und handwerklichem Können bei der Sache sind. WELLBAD beweisen mit ihrem vierten Streich Abwechslungsreichtum, Musikalität und ein Händchen für spannendes Storytelling.

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