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WENDY BEVAN - Rose & Thorn

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Artist WENDY BEVAN
Title Rose & Thorn
Homepage WENDY BEVAN
Label KWAIDAN RECORDS
Leserbewertung
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Die britische Sängerin WENDY BEVAN, die dem einen oder anderen als Lead-Sängerin von TEMPER TEMPER bekannt sein könnte, liefert mit „Rose & Thorn“ ihr Solo-Debüt ab und serviert düster-melancholischen Cold Wave, die seine Inspiration bei Kapellen wie  SUICIDE, SIOUXSIES & THE BANSHEES und JOY DIVISION gefunden hat.

Die Sängerin/Musikerin, Performance/Visual-Künstlerin und Fotografin setzt für ihren Erstling auf minimalistische Synths und Vintage-Drum-Machines. Die Live Strings wurden vom avantgardistischen Balanescu Streichquartett arrangiert und eingespielt. Durchaus angemessen, wenn man den Anspruch hat, die Theatralik des Gothics zu feiern. Ich muss gestehen, dass mir allerdings der inhaltliche Ansatz der Komplexität der Weiblichkeit vor dem Hintergrund des modernen Urbildes weiblicher Identität völlig wumpe ist. Aber die Dame hat eine wirklich ausdrucksstarke Stimme, die auch im Zusammenspiel mit einem männlichen Gegenpart (vgl. „Lover“) uneingeschränkt zu gefallen weiß. Die Songs bringen einen lasziven Drive mit, der schlicht zu fesseln weiß und auch wenn die Britin das Tempo drosselt, bleibt es spannend. So geschehen beim melancholischen „Be Gentle“, bei dem die Vocals eine liebliche Färbung annehmen, ehe die Synthies pluckernde Beats durch die Boxen jagen. Fast schon verspielt kommt derweil das beschwingte „Love From The Moon“ daher, wohingegen das treibende „Bad Manners“ ruppige Versatzstücke ins Spiel bringt, die für eine gewisse Dissonanz, aber auch Spannung sorgen. Mein Favorit: „Rebel Rouser“!

Insgesamt bleibt WENDY BEVAN mit „Rose & Thorn“ immer ein wenig unterkühlt, aber das ist zweifellos gewollt und zudem hervorragend umgesetzt. Aktuell scheint abgesehen von einem einzelnen Termin in New York kein Live-Vortrag der Songs vorgesehen zu sein. Schade eigentlich, denn es wäre sicher sehens- und hörenswert gewesen, wie Miss Bevan, die für ihre surreale, ätherische und theatralische Ästhetik bekannt ist und Musik, Performance und Visuals gern miteinander verbindet, die Lieder auf der Bühne umsetzt. Wie auch immer: Mit der Konservenkost macht man schon mal nichts verkehrt und dann heißt es einfach Augen aufhalten, ob die gute Wendy nicht doch noch bundesdeutsche Bühnen entert.

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