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WHERE DID NORA GO - Shimmer

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Artist WHERE DID NORA GO
Title Shimmer
Homepage WHERE DID NORA GO
Label G RECORDS
Leserbewertung
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8.7/10 (3 Bewertungen)

Hinter WHERE DID NORA GO steckt die dänische Cellistin Astrid Nora, die schon mit Größen wie KATE BUSH, BJÖRK und PJ HARVEY verglichen wurde. Noras lyrisches Universum wird von Henrik Ibsens „A Doll’s House“ inspiriert. Musikalisch gesehen bietet sie uns eine Mischung aus BJÖRK, SIGUR ROS, und manchmal erinnern ihre Melodien sogar an die Dream-Pop-Legende COCTEAU TWINS.

Die Dream-Pop-ähnlichen Sequenzen liegen ja seit einiger Zeit wieder absolut im Trend und vielleicht auch deshalb wollte WHERE DID NORA GO nicht ganz darauf verzichten. Blickt man darüber hinaus, lassen sich aber auch ganz wundervolle Arrangements entdecken. Wie beispielsweise im Stück „After All“, welches mit seinen meditativen Rhythmen und den zarten Synthesizer-Sounds förmlich Bilder von langen Zugfahrten durch verlassene Gegenden in unsere Köpfen projiziert. Sehr atmosphärisch geht die Dame zu Werke und wenn sich dann in einem Track wie „Passing Through“ ein Glockenspiel hinzugesellt und aus der Ferne dumpfe Rhythmussignale herangetrieben werden, entsteht ein bittersüßes, wunderschönes Wiegenlied. Hier ist eine „Grande Dame“ bei der Arbeit. Sie zieht den Hörer mit Stimme und Musik tief in ihre dunkle Welt, will jedoch nicht deprimieren, sondern nur faszinieren. Sie hebt sich von anderen Singer-Songwritern durch etwas ab, was nicht käuflich, nicht herbeizupromoten und erst recht nicht anzutrainieren ist. Gemeinhin nennt man es wohl das „gewisse Etwas“. Die Stücke von WHERE DID NORA GO bedürfen weder große akustischen Gesten, noch eine variantenreiche Instrumentierung oder stilistische Gratwanderungen, um bewegende Augenblicke am Fließband zu generieren.

In Puncto Wortschatz sind WDNG zwar nicht gerade üppig ausgestattet, hier und da schleicht sich Gesang ein oder auch einfach nur ein paar Sprachfetzen. Astrid Nora lässt dafür lieber die Musik für sich sprechen und tritt nur dann stimmlich in Erscheinung, wenn sie es für nötig hält. Die Musik präsentiert sich letztendlich sowohl verführerisch als auch klangvoll. „Shimmer“ ist die Art von Platte, die verlangt, wiederholt gehört zu werden, obwohl sie gelegentlich verwirrend daherkommt – und entpuppt sich dabei unweigerlich als gut investierte Zeit.

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