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WHILE ANGELS WATCH - History & Heritage Vol. 1

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Artist WHILE ANGELS WATCH
Title History & Heritage Vol. 1
Homepage WHILE ANGELS WATCH
Label EIS & LICHT
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Mit Respekt kann man dem Material auf „History & Heritage Vol. 1“ durchaus begegnen. Denn auch wenn ein neues – noch für 2008 angekündigtes – WHILE ANGELS WATCH Album wünschenswert wäre, so handelt es sich hierbei doch zunächst um eine Retrospektive in die Anfangsjahre der Londoner Combo, welche nunmehr bereits mehr als 20 Jahre zurückliegen. Die im Jahre 2000 erneut aktivierte Band ist zwar erst 2002 mit der CD „Dark Age“ und der nachfolgenden „Still the star shines“ MCD (2004) wesentlich in Erscheinung getreten, kann aber doch immerhin auf drei Tape-Releases in den 80ern bzw. Anfang der Neunziger zurück blicken, die nun zumindest teilweise wiederaufleben. Den Schwerpunkt bildet hierbei „Reflection of joy” aus dem Jahre 1986, welches gleich mit sechs Titeln vertreten ist, während „Behind the mists” (1988) auf vier und „Falling in love” auf zwei Beiträge kommt.

Die Stücke sind allesamt digital neu gemastert worden und lassen die damaligen Wurzeln in der Post-Punk/ Wave-Bewegung und den Anfängen des britischen (apocalyptic) Folks erkennen. Über die kurzzeitige Beteiligung von WAW-Kopf Dev bei SIXTH COMM, dem Projekt von Patrick Leagas, der ebenso wie etwa Ian Read schon bei WHILE ANGELS WATCH assistiert hat, ergibt sich dann auch die Querverbindung zu Acts wie den früheren DIJ und SOL INVICTUS, die in diesem Zusammenhang als musikalische Fußnote einmal Erwähnung finden sollten. Gleichwohl war die stilistische Ausrichtung von WAW seinerzeit noch nicht abschließend austariert. Während Songs wie „Reflection of joy“ oder „Shadow over shade“ eher in rockig-wavigen Gefilden anzusiedeln sind, kommen bei etwa „Curse the crown of thorns“ sowie „Solitary“ bereits stärker folkige Elemente zum Tragen. Eine Konstante ist hingegen das variable Gitarrenspiel, das, egal ob akustisch oder elektrisch, sehr rhythmusbetont erklingt. Die organischen Drums stellen in der manchmal eher melancholisch-verträumten Grundstimmung zudem phasenweise eine sehr treibende Komponente dar, die auch gut mit dem recht eigenwilligen, teilweise rauen Gesang harmoniert. Im Gegensatz dazu saugt ein Stück wie „In the wind“ dann wiederum seinen Honig allein aus der fast poppigen Pianomelodie.

Zusammengefasst kann man „History & Heritage Vol. 1“ (lim. 525) als schönes, musikgeschichtliches Kleinod bezeichnen, das nicht zuletzt wegen des guten und doch authentischen Klanges aber keineswegs altbacken klingt sowie im 16-seitigen Booklet auch noch sämtliche Texte und einige alte Fotos bereithält.

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