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WHITE LIES - Big TV

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Artist WHITE LIES
Title Big TV
Homepage WHITE LIES
Label POLYDOR
Leserbewertung
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5.2/10 (11 Bewertungen)

Hier ist es also, das dritte Album der WHITE LIES. Im gewohnten Zwei-Jahres-Rhythmus beehren uns Harry McVeigh (Vocals), Charles Cave (Bass) und Jack Lawrence-Brown (Drums) erneut mit ihrer Post-Punk-Mucke, die jedoch im Vergleich zu den beiden gefeierten Vorgängern deutlich melodischer und launiger ausgefallen ist. Haben die Herren, die zu Beginn ihrer Karriere nach Konzerten noch von ihren Müttern abgeholt werden mussten, mit Mitte Zwanzig ihre geliebte Schwermut hinter sich gelassen?

So ganz wohl nicht, aber die neue – nennen wir es mal etwas übertrieben – Ausgelassenheit steht dem Trio durchaus. Der Sound hat eindeutig mehr Tiefe gewonnen, was bereits beim titelgebenen Opener „Big TV“ zu hören ist. Die Nummer startet zunächst verhalten, um dann leicht unterkühlt dezent Fahrt aufzunehmen. In diesem Sinne schließt sich auch die erste Single-Auskopplung „There Goes Our Love Again“ an, ehe „Space i“ als kurzes Intermezzo mit viel Dramatik als Auftakt für das schmachtende „First Time Caller“ dient. „Mother Tongue“ gefällt als gitarrendominierte Wave-Reminiszenz mit viel Drive, während mich „Getting Even“ zumindest anfangs stark an „Sounds Like A Melody“ von ALPHAVILLE erinnert. Die Achtziger-Anleihen haben jedoch ein zeitgemäßes und eigenständiges Gewand erhalten und auch das Piano-Stück „Change“ vermag mit getragenem Pathos in der richtigen Dosierung zu überzeugen. „Be Your Man“ gibt erneut Gas, bevor „Space ii“ den Weg für „Tricky To Love“ ebnet. Hier treten die Langäxte noch einmal in gemäßigtem Tempo in Aktion und diesem Prinzip folgt auch das getragene „Heaven Wait“, um den Reigen mit „Goldmine“ schließlich treibend zu beschließen.

„Big TV“ erzählt die Geschichte eines jungen Paares. Sie will hinaus in die Welt und er es sich daheim gemütlich machen. Der dritte Silberling der drei Londoner Schulfreunde, die ursprünglich mit der Schülerband FEAR OF FLYING starteten, taugt für beides: Mitreißende Konzerte und kuschelige Sofa-Abende. Die Songs haben im Vergleich zu den Vorgängern ein behutsames Lifting erhalten, bleiben aber unüberhörbar dem WHITE-LIES-Style treu.

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