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WHITE LILIUM - Tarantula

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Artist WHITE LILIUM
Title Tarantula
Homepage WHITE LILIUM
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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5.5/10 (2 Bewertungen)

5 Kieler Jungs zwischen 19 und 21, die Musik machen? Wer allerdings an Kindergeburtstag denkt, wird bei der 4-Track-EP „Tarantula“ der Screamo-Metalcore Truppe WHITE LILIUM eines Besseren belehrt. Es ist bereits ihre dritte VÖ, die man in Eigenregie produziert, allerdings die erste in der aktuellen Besetzung.

„Protest of Innocence“ ist der Opener der Scheibe. Von Anfang an wird ein ordentliches Tempo vorgelegt, was letztendlich durch die gut getimten Double-Bass Attacken vorangetrieben wird. Jonas schimpft sich durch die Lyrics, wird jedoch bei den cleanen Vocals im Refrain durch Gitarrist Felix unterstützt bzw. abgelöst. Man harmoniert zusammen, selbst wenn man sich in den Shoutpassagen nach BRING ME THE HORIZON in den Refrains dagegen eher nach FALL OUT BOY anhört. Weiter geht es mit Titeltrack der Platte, der mit einem Riff beginnt, das selbst BOYSETSFIRE nicht besser hätten machen können. Generell geht der Sound der Nummer mehr in Richtung Post-Hardcore als der Rest der Platte. Schaden tut dies natürlich nicht, denn Jonas’ Treffsicherheit sowohl bei den Shouts als auch den tiefen Growls, die hier vermehrt zum Einsatz kommen, wird schnell deutlich. Tat man es in Track 2 noch Bands wie den bereits erwähnten BOYSETSFIRE oder ALEXISONFIRE gleich, erinnert „A cracked Egg in the Fridge is no Reason to turn into crazy“ anfangs doch wieder stark an BRING ME THE HORIZON. Ab der ersten Minute geht man gleich in die Vollen, zieht das Tempo allerdings nie komplett an, bleibt eher im Midtempo – bis hin zum unteren Uptempo-Bereich. Zerknüppelt man im Vers alles, was einem in den Weg kommt, schlägt man im Chorus dann wieder etwas ruhigere Töne an. Ich möchte sogar soweit gehen und behaupten, dass sich der cleane Gesang von Felix ein wenig nach Kurt Cobain anhört und absolut in die Gesamtstimmung passt. Alles in allem ist „ACEITFINRTTIC“ ein Song, der durch diverse Tempovariationen ein wenig aufgelockert wird, aber dennoch die nötige Härte mitbringt. Getreu dem Motto „Wenn’s am Schönsten ist, sollte man aufhören“, folgt leider schon die letzte Nummer der EP, „Love.Paper.Portrait.Grave“. Eine stark depressiv klingende Nummer, die sich dadurch auch den Titel „ruhigste Nummer der CD“ erkämpft. Es ist nicht so, dass man gänzlich auf Shouts verzichtet, doch lässt man hier gekonnt die gesungenen Parts überhand nehmen, und die geschrienen Worte nur hier und da mal ertönen. In der Bridge nimmt man außerdem den Verzerrer aus den Gitarren, so dass „Love.Paper.Portrait.Grave“ noch einen zusätzlichen melancholischen Touch erhält.

Alles in allem muss man sagen, dass man zwar erst ein wenig mit WHITE LILIUM und „Tarantula“ warm werden muss, aber dann auch dazu verleitet wird, den Kopf im Rhythmus mit zu bewegen. Mit vier Tracks, die rund 18 Minuten füllen, ist die EP leider ein wenig kurz geraten, aber wenn man bedenkt, dass das gute Stück unentgeltlich auf der Bandhomepage zum Download bereitsteht, hellt sich das Gemüt direkt auf. WHITE LILIUM strotzen nur so vor Energie und bannen diese wirklich gekonnt auf den Tonträger. Abwechslungsreich ist das gute Stück von Anfang bis Ende und man zeigt sich sowohl von einer ruhigen und balladesken als auch von der bösen Deathcore Seite. Ein gutes Stück Musik, das die Plattensammlung um eine nette Screamo-Scheibe erweitert.

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