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WHITE PULP - Lost Inc.

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Artist WHITE PULP
Title Lost Inc.
Homepage WHITE PULP
Label ECHOZONE
Leserbewertung
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7.0/10 (1 Bewertungen)

Mit „Lost Inc.” legen die Herrschaften um Bandleader Sonny ihren zweiten Silberling nach dem 2008er Debüt „Ashamed of Yourself“ nach. Auf dem Programm steht nach wie vor zumindest in Teilen treibender Industrial Rock, der Einflüsse von NINE INCH NAILS und MARILYN MANSON nicht verhehlen kann. Dies ist wohl auch keine besondere Überraschung, wenn man bedenkt, dass Mastermind Sonny drei Jahre und 200 Gigs lang der Manson-Tribute-Truppe POSTHUMAN vorstand.

Der flotte Dreier, der live noch um Drummer Archelao ergänzt wird, lässt es entsprechend mit den ersten Tracks des neuen Album genretypisch krachen, ehe „Just Like Me“ ruhigere Töne mit einigen elektronischen Versatzstücken anschlägt. Weiter geht’s mit einer gelungenen Adaption des TEARS-FOR-FEARS-Klassikers „Mad World“, um mit „All My Needs Gone“ und „A Live In Everyone“ melodische Eingängigkeit zu beweisen. Hier lassen sich WHITE PULP wohl eher im massentauglichen Düster-Rock verorten, doch „Run Into“ lässt den krachenden Gitarren wieder mehr Raum und „Death In The Afternoon“ arrangiert endgültig wieder jaulende Langäxte mit lärmenden Noise-Elementen, wenngleich das Tempo gedrosselt bleibt. Druckvoll und verstörend schließt sich „Straight To Your Head“ an, bevor das instrumentale „Unless You Are Not A Slut“ munter aus den Boxen frickelt und „S.T.F.U.“ die Schlagzahl erhöht. Auf italienisch-amerikanischem Kuschelkurs befindet sich derweil das emotionale „Misunderstood Sweetness“, mit dem das ruhigere Ende der Platte eingeläutet wird, denn WHITE PULP präsentieren auf ihrem zweiten Silberling drei Songs der ersten Scheibe im akustischen Gewand. In Unkenntnis des Erstlings kann ich keine Vergleiche ziehen, doch „Crows Love“, „Blackout“ und „Sacred Eyes“ wissen zumindest in der reduzierten Unplugged-Variante zu überzeugen. Das hat dann zwar nichts mehr mit dem Industrial vom Anfang zu tun, ist aber solide und hörenswerter Rock, der sich zweifelsohne nicht zu verstecken braucht.

Auf einer einzigen Langrille verewigt könnte es möglicherweise schwierig werden, für den weitläufigen WHITE-PULP-Sound eine Fanbase zu finden, die vielfältig genug interessiert ist, um das angebotene Spektrum auch ausreichend zu schätzen. Einfach mal rantrauen!

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