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WINDS - The Imaginary Direction of Time

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Artist WINDS
Title The Imaginary Direction of Time
Homepage WINDS
Label BLACKEND
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Im Jahre 2000 machte schnell ein Gerücht die Runde in metallischen Kreisen, dass eine neue norwegische Supergruppe die Musikwelt erobern wolle. Dabei handelte es sich um eine schlicht WINDS betitelte Kapelle, deren einzelne Mitglieder zu den jeweils besten ihres Fachs gehörten. Gehen wir sie doch einmal kurz durch: Der bekannteste dürfte sicherlich der Drummer Hellhammer sein (MAYHEM, ARCTURUS, THE KOVENANT), der hier seinen bürgerlichen Namen Jan Axel von Blomberg benutzt. Sänger und Bassist in Personalunion Lars Eric Si war früher bei KHOLD tätig, er leiht seine Stimme aber auch dem Industrial Metal Projekt SENSA ANIMA. Gitarrist Tidemann startete mit seiner Band TRITONUS durch, war dann ebenfalls kurz bei ARCTURUS und gilt als einer der großen Gitarrenvirtuosen unserer Zeit. Mittlerweile ist er der Hauptkomponist bei WINDS. Schließlich gibt es da noch den eigentlichen Bandbegründer Andy Winter, welcher als Pianist und Keyboarder fungiert, zudem ist er für das lyrische Konzept verantwortlich. Nach einem Album und einer MCD bei Avantgarde Music wechselte man nun in Europa zu Blackend, ein Label, welches fast etwas zu profan für die Ansprüche der Norweger zu sein scheint. Schön aber, dass man überhaupt wieder ein Lebenszeichen von sich gibt und sich nicht in alle Winder zerstreut hat…

„The Imaginary Direction of Time” erschien in Amerika bereits etwas früher (bei The End Records), aber das tut der Qualität des Materials keinen Abbruch. Wer WINDS noch nicht kennt, dem sei gesagt, dass die Musik mit Metal nur ganz am Rande etwas zu tun hat. Schon eher würde man die Scheibe in den Bereich Avantgarde Rock einsortieren. Neben den ausgefeilten/ poetischen Lyrics und dem gleichsam wunderbaren Artwork enthalten die Songs Elemente aus dem Progressive Metal und sogar dem Klassizismus. Dafür sorgen schon die 4 Gastmusiker an Cello und Violine, welche eine wichtige Bedeutung im klanglichen Gesamtbild besitzen. Sänger (in diesem Fall stimmt der Begriff wirklich) Lars Eric verfügt über ein klares und ausdrucksstarkes Organ, welches in mittlerer Tonlage mal kräftig mal leicht weinerlich eingesetzt wird. Dazu spielt der Gitarrenhexer verschachtelte und abwechslungsreiche Riffs, deren Feinheiten man erst nach mehreren Durchläufen erkennt. Zum Glück agiert er aber nur selten selbstverliebt, eine Gefahr, die bei solchen Künstlern immer besteht. Insgesamt ergibt das eine anspruchsvolle, ja relativ theatralische Platte, welche sicherlich nicht jedem munden wird. Wer nur auf Härte und Eingängigkeit steht, wird hier nicht bedient, eher sollten Fans von den etwas ähnlich angelegten ARCTURUS zugreifen oder sogar gitarrenresistente Goth Anhänger. Und man sollte sich schon etwas auf die Musik konzentrieren, von daher ist der Genuss in der heimischen Anlage anzuraten, im Auto könnte es zu unerwünschten Nebenwirkungen wie etwa Schlangenlinien führen… Wollen wir hoffen, dass die „Supergruppe“ Zeit hat, ihr Material auch mal live vorzustellen.

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