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WISDOM IN CHAINS - Everything You Know

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Artist WISDOM IN CHAINS
Title Everything You Know
Homepage WISDOM IN CHAINS
Label I SCREAM
Leserbewertung
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8.0/10 (1 Bewertungen)

Das euro-amerikanische Projekt WISDOM IN CHAINS entstand im Jahr 2003 aus Mitgliedern verschiedener Hardcore- und Punk-Bands (u.a. DAREDEVIL und KRUTCH). Seitdem steht die Truppe für einen unkonventionellen Mix aus Hardcore-Punk und Oi!, den man auf dem neuen Longplayer „Everything You Know“ wieder mal zu spüren bekommt.

Mit zwanzig Tracks auf einer Platte bietet man wie so manch andere Formation ein ordentliches Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Leistung ist natürlich Ansichtssache, doch sachlich betrachtet ist das Album wirklich ordentlich ausgefallen. Mit Lou Koller von SICK OF IT ALL hat man zudem noch ein richtiges Urgestein als Gastsänger an Land gezogen. Dessen Band ließe sich wohl auch am besten mit WIC vergleichen. Schleppendes Gang-Shout-Gebollere im Opener „Guilty“, melodische Hardcore-Hymnen wie „Chasing The Dragon“ und „The Death Of Whiskey Finger“ oder treibende SLAYER-Anleihen beim Titeltrack: der Fan bekommt die volle Ladung. Die ganze Szene-Mentalität wird in soliden Texten verpackt, um danach in packenden Singalongs und prolligen Shouts entfesselt zu werden. Lyrisch mag sich vielleicht der ein oder andere an den teilweise stupide wirkenden Hooks stören (siehe „Girls Lie, Cops Lie, Dogs Love“), aber eben diese einprägsamen Lines in Verbindung mit den kurzen, knackigen Tracks von im Schnitt ein bis zwei Minuten Länge garantieren ein Bühnenfeuerwerk allererster Hardcore-Klasse. Hervorzuheben wäre da allerdings der letzte Track „Splinter“. Eine überdurchschnittliche Länge von rund sieben Minuten offeriert melodischen Punk und einen emotionalen/ persönlichen Text, der nach kurzer Zeit in ein andauerndes Meeresrauschen verfällt, das zum Ende hin mit den Worten einer Frauenstimme überlagert wird. Nette Idee, aber mit Hidden Tracks (und diversen Abwandlungen davon) konnte ich noch nie wirklich etwas anfangen. Dafür machen Highlights wie „Take Me Home“, das anfangs melodischen Hardcore-Punk zelebriert und in einem schleppenden Metal-Part endet, eventuelle Längen wett.

Old- und Newschool-Hardcorer sowie Oi!-Fans dürften gleichermaßen Spaß an der Scheibe haben. Für Leute, die sonst wenig mit Hardcore und Punk am Hut haben, lege ich meine Hand nicht ins Feuer, aber aufgrund der recht offenen Genre-Grenzen ist es nicht unwahrscheinlich, dass auch anderes Klientel daran Gefallen findet. Fazit: ein geiles Scheibchen, mit dem WISDOM IN CHAINS dem Thron vielleicht ein Stückchen näher gekommen sind.

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