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WITH CHAOS IN HER WAKE - Treason

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Artist WITH CHAOS IN HER WAKE
Title Treason
Homepage WITH CHAOS IN HER WAKE
Label RISING RECORDS
Leserbewertung
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6.0/10 (1 Bewertungen)

Und wieder eine ach so kompromisslose junge Band, die sich angeblich gegen Anpassung zur Wehr setzt und die sich nicht um Klischees schert, während exakt diese Einstellung ihrerseits immer mehr zu einem genau solchen Klischee verkommt. Warum sagt nicht einfach mal eine Combo: „Ja, wir machen Deathcore, weil wir da jetzt Bock drauf haben und es noch dazu gerade gut ankommt“? Wer könnte es ihnen verdenken…WITH CHAOS IN HER WAKE sind nun wieder eine dieser Gruppierungen, die sich lieber selber in dem Schema der jungen Musikrebellen sehen und offenkundig ihr „eigenes Ding“ machen wollen. Jenes „Ding“ betitelte man jetzt „Treason“ und veröffentlicht es nach der Bandgründung im Dezember 2005 nun als Debüt-Langspieler bei Rising Records.

Doch wie so oft ist das „eigene“ gar nicht so eigen, was einem beim Opener „Fraudulent Activity“ auch gleich unverhohlen vor Ohren gehalten wird. Ordentlich Schlagzeuggeknüppel und tiefgestimmte Gitarrenriffs treffen auf zweistimmige Vocalarbeit, jeweils in der Shout- und in der Krächz-Variante. Wirkt im Ansatz wie eine Anlehnung an SUICIDE SILENCE, klingt dafür aber weder zwingend genug noch tiefgründig. Frontröhre James Lawrence beherrscht im Grunde zwar sein Handwerk, doch stellt sich sein Tun trotz des Wechselgesangs besonders auf Dauer schlichtweg als zu monoton dar. Über weite Strecken wirken gerade die tieferen Shouts eher wie dahingeröchelt als wirklich geschrien; es fehlt sowohl Überzeugung als auch Kraft – und somit auch die Überzeugungskraft. Seine Kollegen an den Saiteninstrumenten glänzen dabei jedoch leider auch nicht durch Kreativität: für nettes Riffing ist man zu haben, doch dann hört es meist auch schon auf. Richtige Geistesblitze vermisst man leider bei den zehn Klangwerken, wäre da nicht wenigstens noch „Scars In The Obelisk“, bei dem die Gitarristen Tom Wilkinson und Ricky Outhwaite mit einem schönen Melodiestrom-Riff nach gut einer Minute des Songs punkten. Gleiches gilt dann noch bei einer ähnlichen Passage in „The Lost Chapter“. Solche und ähnliche Ideen hätte man deutlich mehr verwirklichen müssen, um das recht festgefahrene Songwriting aufzulockern und aufzuwerten. Überwiegend wütet man ziemlich angepisst umher und schmeißt mit durchschnittlichen bis ordentlichen Breakdowns um sich, wobei man dem Quintett zu Gute halten muss, ein Händchen für die Genrebedingten Tempowechsel zu haben. So gelingt es auch ab und an (z.B. beim gelungenen „Surveillance“) gefälligen Groove zu erzeugen, jedoch wird dieser dann schnell wieder zum Opfer der Monotonie, zumal es einfach zu viele Bands in dieser Richtung gibt, die mindestens genau so gut sind.

Genau da liegt auch das Problem für WITH CHAOS IN HER WAKE: Die Debüt-Scheibe der jungen Briten ist für sich genommen kein schlechtes Werk, in Anbetracht der großen Konkurrenz im Deathcore-Genre aber einfach zu unspektakulär. Während der gut 41 Minuten Gesamtspielzeit bietet man nur bereist Bekanntes und tut einfach viel zu wenig, um sich den im Pressetext erwähnten Szene-Regeln zu widersetzen; zumindest musikalisch. Ihre Musik ist nun mal exakt auf die Zielgruppen-Kids ausgelegt und muss sich deshalb mit SUICIDE SILENCE und Co. messen lassen. Und zumindest im Falle von „Treason” bedarf es da schon einiges mehr, um wirklich oben mit angreifen zu können.

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