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WITHIN TEMPTATION - The Unforgiving

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Artist WITHIN TEMPTATION
Title The Unforgiving
Homepage WITHIN TEMPTATION
Label SONY
Leserbewertung
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7.0/10 (3 Bewertungen)

Fans der niederländischen Topseller WITHIN TEMPTATION müssen sich mit einigen Änderungen im Sound der einstiegen Genrekönige anfreunden, denn die Band um Frontsirene Sharon den Adel hat sich weg bewegt vom klassischen, episch-bombastischen Gothic Metal, der sie groß gemacht hat, und damit nach den Death Metal-Urzeiten nun die dritte Evolutionsstufe in der Bandgeschichte eingeläutet, die sich opulentem, treibendem Rock mit poppigen Einflüssen widmet.

Das Ganze klingt zunächst einmal recht gewöhnungsbedürftig, fehlen doch beim allerersten Hördurchlauf viele der urtypischen Elemente, welche bisher die musikalische Identität unserer Nachbarn ausmachten. So singt Sharon nicht mehr in höchsten Tönen, wie z.B. seinerzeit beim Klassiker „Ice Queen“, sondern hat ihre Rockröhre entdeckt. Doch auch diese Inkarnation ihrer Stimme meistert sie mit Bravour und die Dame zählt noch immer zu den besten Sängerinnen dieses Planeten. Zudem ist die Musik zwar noch einigermaßen episch, aber der wunderschöne Kitschfaktor und die überbordende Opulenz vergangener Tage ist verschwunden und einer rockigen, aber sehr energischen Eingängigkeit gewichen. Das führt das, dass man zwar noch immer ausufernde Arrangements auffährt, diese aber nicht mehr im Vordergrund stehen, sondern sich mehr dem Rockcharakter der Kompositionen unterordnen und ihren Teil zum Ohrwurmpotential beitragen. Das alles funktioniert nach ein- bis zwei Anläufen perfekt und lässt selbst eine anfänglich sehr oberflächlich und poppig wirkende Nummer wie die Single „Faster“ schnell zum Hit werden. Sehr gut lässt sich die Neuausrichtung im Sound der Band am genialen „Shot In the Dark“ ausmachen, das wohl die Blaupause für WITHIN TEMPTATION anno 2011 darstellt. Rockig, bodenständig, aber einfach nur mittreißend und gelungen.

Zwar haben WITHIN TEMPTATION im Jahr 2011 mehr mit KIM WILDE zu tun als mit THEATRE OF TRAGEDY, und fordern mit einer lupenreinen Popnummer wie „Sinhead“ ihren Fans doch einiges an Toleranz ab, doch wer sich auf den neuen Stil einlassen kann, der bekommt hier eines der besten Rock-Alben der letzten Zeit geboten, welches zusätzlich mit einem interessanten lyrischen Konzept aufwartet und einfach alles richtig macht. Nur Metal darf man hier nicht mehr erwarten. Dennoch sehr, sehr großartig!!!

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