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WOLFMARE - Whitemare Rhymes

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Artist WOLFMARE
Title Whitemare Rhymes
Homepage WOLFMARE
Label CCP
Leserbewertung
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7.1/10 (7 Bewertungen)

Wir schreiben das Jahr 2002. Mütterchen Russland gebar der Welt eine Band. Ihr Name ward WOLFMARE und ihre Botschaft verbarg sie in folklastigem Metalgewand. Die ersten Gehversuche der Musiker (Mitglieder aus anderen lokalen Bands) wurden damals auf CD gebrannt und in der Heimat rund 3000 Mal unters Volk gebracht. Nun, im Jahre des Herrn 2007 verkünden WOLFMARE erneut ihre Botschaften, und diesmal auch außerhalb ihrer Heimat.

Ich weiß nicht, wie sehr das Klima eines Landes eine Band beeinflussen kann. Aber ähnlich der Temperaturen im riesigen Russland, so variabel ist auch WOLFMARE. Harsch wie die Tundra, wild wie die Taiga, kalt wie Väterchen Frost und heiß wie das Blut in den Adern beim Kasachok. Melodieverliebt geben die Musiker jedem Song ihre eigene Note und wissen vor allem auch durch 3 Sänger zu überzeugen. So werden die cleanen Vocals mit männlicher wie weiblicher Stimme vorgetragen, was zusätzlich noch von kehligem Gesang unterstützt wird. Daneben fällt die sehr variable Instrumentalisierung auf, die jeden Song interessant und mehr als hörenswert macht. Punkige Attitüde trifft auf klassische Arrangements und typische (um nicht „klischeehafte“ zu sagen) Parts. Dabei wirken die Songs immer transparent. Lyrisch erinnert manches Stück an traditionelle Themen, die wohl gern in einer russischen Taverne zu dem einen oder anderen Wodka zum besten gegeben werden. In den 9 Songs gibt es für meinen Geschmack keinen Ausfall – nur eine Steigerung von Stück zu Stück. Final überrollt den Hörer dann der „Web Of War“, ein 13:27 dauernder Kracher, der alle Register zieht. Vom aggressivem Einstieg über melodische Parts bis hin zu Cello-Solos, einem tollen Gitarrenintermezzo und dem Finale am Dudelsack. Produziert wurde dieses Album im M-Studio in St. Petersburg. Diese Klangschmiede beweist hierbei, dass sie ein gutes Gespür für Sound und Transparenz haben.

Mir ist bewusst, dass ich ziemlich geschwärmt habe. Jedoch hat mich dieses Werk von Anfang bis Ende einfach überzeugt. Hier stimmt einfach alles. Selbst die kleinen Intermezzi wie Geräusche oder Diskussionen in einer Taverne tragen zum Gesamtbild bei und runden dieses Werk ab. Für mich ein Highlight im Mittelalter- als auch Folk-Metal-Genre.

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