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WUMPSCUT - Cannibal Anthem

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Artist WUMPSCUT
Title Cannibal Anthem
Homepage WUMPSCUT
Label BETON KOPF MEDIA
Leserbewertung
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6.2/10 (5 Bewertungen)

Nun liebe Kinder gebt fein acht, der Rudy hat euch etwas mitgebracht. Doch „Halt!“ rufen die besorgten Erwachsenen und stellen die berechtigte Frage, was man anno 2006 denn überhaupt noch bzw. vielleicht auch wieder von :WUMPSCUT: erwarten kann, nachdem mit der letzten Scheibe „Evoke“ der hauseigene Stil für viele doch endgültig etwas ins Belanglose abgedriftet ist.

Bei zunächst rein äußerlicher Betrachtung des neuen Albums verheißt insoweit auch das getreu dem Titel allgegenwärtig servierte Kannibalen-Thema nichts Außergewöhnliches, da man damit heute sicherlich keinen Innovations-Preis mehr gewinnen kann. Besserung gelobt dann allerdings die musikalische Seite, bei der sich der „Meister aus Landshut“, wenn auch im inzwischen etwas moderneren Gewand, offenbar vermehrt alten Tugenden geöffnet hat. So erklingt schon gleich im Intro mit dem wohlbekannten „Dead bodies“ ein Selbstzitat (aus „Body Parts“ von der „Dried Blood“ MCD) und weckt Erinnerungen an vergangene Glanzleistungen. Und als wäre dies ein Indiz für eine Rückbesinnung, geht es in der Folge auch tatsächlich stellenweise wieder etwas ungeschliffener und düsterer zu Werke. Allerdings immer im Rahmen, etwa ein zweites „Bunkertor 7“ sollte man daher nicht wirklich erwarten, auch wenn an einigen Stellen schon mal eine aus der :W:-Historie vermeintlich bekannte Synth-Melodie durchschimmert.

Als weitere Reminiszenz wirkt der Umstand, dass das Layout in die Hände von JE Wagner gelegt wurde, der damals auch schon „Embryodead“ mit ein paar seiner Bilder veredelte. Auf mich persönlich wirken einige der aktuellen grafischen Arbeiten zwar etwas zu kindisch, aber auch das ist sicherlich Geschmackssache. Das Verlangen nach dem menschlichen Fleisch ist dieses Mal zudem wieder fast ausschließlich in deutscher Sprache vertont worden, lediglich der Titelsong wird in der zuletzt schon bei „Churist Churist“ verwendeten Phantasiesprache präsentiert. Daneben gibt es mit „Auf der Jagd“ aber auch ein nettes Instrumental sowie darüber hinaus bei „Pass auf“ und „Hunger“ weiblichen Stimmeneinsatz. Im Vorfeld sind ja bereits zwei Stücke als Doppel-A-Single auserkoren und als Vorgeschmack auf den Markt gebracht worden, die sich nun jeweils im Album Edit auf „Cannibal Anthem“ wiederfinden. Da wäre zum einen das leicht verspielte und atmosphärische „Die Liebe“ und als Kontrast dazu das wesentlich tanzbarere und recht plakative „Jesus Antichristus“, von dem unter anderem auf der Single ein gelungener FEINDFLUG Remix zu finden ist.

Thema Single und Remixe: Natürlich erscheint auch CA wieder in den verschiedensten Versionen, insbesondere einer auf 1515 Stück limitierten Box, die neben der Haupt-CD und einigem Merchandise (Mediabook, Flagge, Shirt, Poster, Kalender usw.) auch eine vollständige Remix-CD („Remixkultur“) aufweist, auf der sich neben FEINDFLUG beispielsweise auch XOTOX, YENDRI, NAKED BEAT oder RECENTLY DECEASED einigen der neuen Stücke angenommen haben. Um darüber hinaus auch noch in den Genuss eines :WUMPSCUT:-Remixes zu dem Track „So Bring Your Iron Rain Upon Me“ von DER BLUTHARSCH zu kommen, müsste man zusätzlich sogar auch noch den DJ Dwarf erwerben. Bei einer Gesamtspielzeit von „Cannibal Anthem“ um die 45 Minuten eigentlich kaum zu rechtfertigen, aber der treue Fan ist scheinbar eine gute Seele. Betrachtet man den hier vorliegenden Longplayer jedoch für sich, fällt das Fazit jedenfalls wie folgt aus: Kein Meilenstein, aber durchaus eine ganz unterhaltsame Leistung – und für :W:-Eingefleischte ohnehin unverzichtbar.

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