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WUMPSCUT - :Fuckit:

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Artist WUMPSCUT
Title :Fuckit:
Homepage WUMPSCUT
Label BETONKOPF MEDIA
Leserbewertung
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6.7/10 (9 Bewertungen)

Ohne wieder zu sehr auf die jährliche Releasepolitik im Hause :WUMPSCUT: eingehen zu wollen, hat dieser stetige Veröffentlichungsrhythmus inzwischen aber dazu geführt, dass ich von kaum einem anderen Künstler mehr Alben im Schrank stehen habe als von Rudy Ratzinger. Im Vergleich zum Vorgänger „Schädling“ mutet das Presseinfo diesmal fast bescheiden an; ist man etwa der Meinung, dass mittlerweile zum Landshuter Projekt alles gesagt ist? So kann man eigentlich unbefangen an das neueste Werk „:Fuckit:“ herangehen, doch gleich das Intro „Schlechter Mensch“ stellt sich im Lichte jüngster Ereignisse (Stichwort: Winnenden) leider als Lapsus heraus.

„Wenig feinfühlig“ kommt da in den Sinn, aber zugunsten des Protagonisten ist festzuhalten, dass zum frühen Zeitpunkt der CD-Produktion allen Beteiligten ein Blick in die Zukunft natürlich verwehrt war. Denn auch wenn ich das aktuelle Motto im Volksmund mal als gepflegtes „Scheiß drauf“ deute, wird – so berechtigt die Idee hinter „Schlechter Mensch“ grundsätzlich auch erscheint – derart plakative Gleichgültigkeit vermutlich nicht beabsichtigt gewesen sein. Kommen wir lieber zur Musik, da sich diese nach anfänglicher leichter Skepsis überwiegend durchaus hören lassen kann. Zunächst kicken nämlich mit „The Boo“ und dem Titelstück zwei lebendige Electro Hymnen ordentlich los. Neben dieser Dynamik zu Beginn fällt auf, dass verstärkt Wert auf düstere und kranke Atmosphäre gesetzt wird, ohne dabei sowohl eine gewisse Grundhärte als auch akribische Melodiefetzen zu vernachlässigen. „Achtung, Menschen“, das old-schoolige „Autophagy day“ oder „Bloodbathing tub“ mögen als Beispiele herhalten. Überhaupt scheint es weiterhin back to the roots und im Durchschnitt etwas industrialisierter und rauer in der Instrumentierung als in den letzten Jahren zuzugehen. Wohlmöglich hat ja die Ausarbeitung der ebenfalls nun erhältlichen „Bunkertor 7“ Re-Sample Edition mit dazu beigetragen!

„:Fuckit:“ hinterlässt mit etwas derbem Charme in der Breite der Arrangements einen in sich stimmigen Eindruck. Rudy weiß eben, wie er seine Knöpfe zu drehen hat. Um dann doch noch ein wenig Kritik zu üben sei jedoch gesagt, dass das Material andererseits aber teilweise vielleicht zu steril sowie nur wenig bahnbrechend ist. Insgesamt allerdings ein Fortschritt, der den :W: Rubel vermutlich weiter rollen lassen wird, denn auch die dem Kommunismus geschuldete Aufmachung (meistens ein Pluspunkt im Hause Ratzinger) und der übliche Versionswahnsinn (CD, Box, Vinyl, DJ Dwarf, Vinylsingle) schaffen eine prächtige Angebotspalette. Ob es „:Fuckit:“ gleichwohl über den Status als eines von vielen :WUMPSCUT: Alben hinaus schaffen wird, steht in den Sternen – dazu dann mehr im nächsten Jahr…

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