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XAVIER RUDD & THE UNITED NATIONS - Nanna

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Artist XAVIER RUDD & THE UNITED NATIONS
Title Nanna
Label NETTWERK
Leserbewertung
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7.3/10 (4 Bewertungen)

In der Vergangenheit bestand XAVIER RUDDs Ein-Mann-Bühnenaufbau aus einer Auswahl von einem halbem dutzend Gitarren, drei Didgeridoos und unterschiedlichsten Arten von indigenen Trommeln. Nun beginnt er das nächste Kapitel seiner langjährigen Karriere: Als Frontmann von XAVIER RUDD & THE UNITED NATIONS, einer Band aus internationalen Musikern mit unterschiedlichsten Einflüssen. Dazu gehört auch die erste gemeinsame Musik-Konserve „Nanna“; nach acht Solo-Alben seit 2002, der neunte Studio-Output des australischen Sängers, Songwriters und Multi-Instrumentalisten.

THE UNITED NATIONS – der Name seiner Kapelle lässt es bereits erahnen: der Surfer-Boy bleibt seiner Weltmusik-Schiene treu und schart um sich eine achtköpfige Begleitung, die kaum internationaler sein könnte. Die unterschiedlichen Kulturen aus Australien (insbesondere der Aborigines), Südafrikas, Samoas, Deutschlands und Papua Neuguineas sind mit Gitarre, Bass, Schlagzeug, Percussion, Keyboard, Hörnern, Flöte und Background-Sängern vertreten und zusammen vereinen sie Musikelemente aus allen Teilen des Erdballs. Es groovt gewaltig auf dem Silberling und auch eine Gute-Laune-Garantie könnte XAVIER RUDD seiner Fan-Schar mit „Nanna“ vermutlich ohne großes Risiko ausstellen. So gesellen sich zu den Reggae-Vibes prägnante Gitarren, große Chöre und durchzugsstarke Bläser. Das ist nicht nur im Opener „Flag“ so, sondern setzt sich in verschiedenen Variationen hinsichtlich Tempo und Schwerpunkt-Instrumentierung über die gesamte Langrille fort. Entsprechend geht das rhythmusbetonte „While I’m Gone“ kurzzeitig vom Gas, um wenig später an das verspielte „Hanalei“ zu übergeben. Wirklich überraschend ist das Gesamtergebnis nicht, aber absolut tiefenentspannt. So empfiehlt sich das aufgeräumte „Come People“ für die nächste Strandparty (okay, bis dahin dauert’s noch ein bisschen, aber zur Überbrückung gibt es ja noch „Sacred“, das eine gewisse Schwermut mitbringt, die man hierzulande vielleicht Winter-Blues nennen würde). Der Titeltrack „Nanna“ lässt derweil nicht näher beschriebene Holzblasinstrumente sprechen und vermittelt insgesamt einen etwas nachdenklichen Eindruck, bevor mit „Rusty Hammer“ abermals die Sonne aufgeht. Zu „Rainbow Serpent“ lassen sich die Gedanken bestens Richtung Himmel schicken und „Creancient“ dient als (Spoken-Word)-Aufforderung, in gleichem Maße Mensch und Natur zu respektieren. „Warrior“ übernimmt hingegen im Reggae-Slow-Motion-Modus, den auch „Struggle“ und „Radiate“ mit ein paar zusätzlichen bpm übernehmen. Auf der Zielgeraden wird’s mit „Bundagen“ zu guter Letzt noch einmal hochemotional – ein schöner Abschluss einer überwiegend ziemlich bunten Party.

XAVIER RUDD ist sich auf „Nanna“ zweifellos treu geblieben. Gleichzeitig haben die neuen Mitstreiter jedoch auch neue Impulse in den Sound eingebracht. Für Weltmusik-Fans eine klare Hör- und Kaufempfehlung. Jetzt muss eigentlich nur noch die Sonne höher kommen und der Sommer Einzug halten – naja, wenigstens der Frühling, wir wollen mal nicht zu anspruchsvoll sein, von unseren ungemütlichen Wintern weiß der sonnenverwöhnte Australier wahrscheinlich eh nicht viel…

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