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XMH - Time to play

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Artist XMH
Title Time to play
Homepage XMH
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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4.4/10 (8 Bewertungen)

So so, “Hollands hottest EBM/ Industrial Act” – Was wohl GRENDEL dazu sagen (die man im Booklet übrigens artig grüßt)? XMH aus unserem westlichen Nachbarland wurden von Benjamin Samson (Ex-ACTIVE DISORDER) 2004 aus der Taufe gehoben, mittlerweile sind an den Keys noch Pieter Sperling und eine Dame namens Charlot Wever dabei. Etwas weibliche Bühnenpräsenz macht sich ja immer gut. Mit der Debüt EP „Life“ konnte man 2005 die Dutch Alternative Charts aufrollen und auch live teilte man mit namhaften Kollegen die Stage: AMDUSCIA, AGONOIZE, FUNKER VOGT, um nur ein paar zu nennen. Mit dem ersten Longplayer (benannt nach einem klassischen Hellraiser-Zitat) will man nun augenscheinlich hoch hinaus und die europäische Electro Szene aufmischen. Das Ganze immerhin als Eigenproduktion, vorab schon mal ein Lob für so viel Initiative.

Und auch die instrumentale Seite zeigt sich alsbald professionell und ausgereift. Die Produktion ist fett, die Beats drücken, die Arrangements sind schlüssig. Man orientiert sich augenscheinlich an Vorbildern wie etwa COMBICHRIST und vor allem die bereits erwähnten AMDUSCIA. Also fast immer schnell, tanzbar und eingängig, ohne Berührungsängste vor trancigen Gefilden. Doch schnell wird auch die Schwäche der Niederländer deutlich: Die männliche Hauptstimme kann nicht wirklich überzeugen. Zwar erinnert sie stark an Herrn LaPlegua, kann dem norwegischen Tausendsassa aber nicht das Wasser reichen. Benjamins Gekrächze wirkt – mal ganz abgesehen von dem noch recht putzigen Akzent – sehr unsauber und krächzig. Im Electrobereich ist zwar nicht gerade Caruso angesagt, doch ein wenig sollte man schon die Melodielinien halten können. Dieses Manko stört mal mehr (wie beim Opener) mal weniger, wenn man den Clubhit „Rape your God“ zu Rate zieht. Zum Glück gibt es nämlich einige ausgedehnte Instrumentalpassagen, zudem können Samples und vereinzelte weibliche Backings gefallen. Als weiteres Highlight möchte ich „Private Cowboy“ hervor heben, wenngleich die Auszüge aus „Full Metal Jacket“ mittlerweile etwas ausgelutscht wirken. Über 70 Minuten lärmt man zwar vollkommen innovationslos doch dafür sehr treibend durch die Botanik, enthalten sind auch Remixe von Kollegen wie XP8 oder JESUS COMPLEX, die einen weiteren Kaufanreiz darstellen.

Für Fans des stromlinienförmigen „NoiTekks“ eine sehr sinnvolle Ergänzung des heimischen Synthie-Regals, nur die Stimme sollte man vorher Probehören. Also einfach mal antesten, wenn Ihr euch freizeitmäßig als Grendel oder „Combicritter“ tarnt. Außerdem kostet die Scheibe nur 10 Euro all inclusive auf der Homepage des fidelen Trios.

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