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XPQ-21 - Alive

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Artist XPQ-21
Title Alive
Homepage XPQ-21
Label TRISOL
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Nach einem atmosphärisch dumpf-grollenden Intro spannen sich 12 reguläre Tracks nebst 2 zusätzlichen Arbeiten über das neueste Werk der Elektrocombo XPQ-21. Annelie, Kebbasasch, The Mask und Jeyénne legen mit „Alive“ ein Album von gewaltigem Ausmaß vor. Auf einer Länge von fast 77 Minuten präsentieren sie dem geneigten Hörer ihr elektronisches und programmiererisches Können. Zusätzlich dazu gibt es noch eine zweite CD mit fast 80 Minuten Spielzeit, die 16 (!) Remixe der Tracks umfasst. Wie man es schon von anderen VÖs aus dem Hause Trisol gewöhnt ist, liefert man der Käuferin bzw. dem Käufer eine mehr als übervolle Ladung elektronischer Klangkunst. Das Ganze kommt in einer Mischung aus Digipack und DVD-Hülle mit edlem hell-weißen Design daher und bietet neben anspruchsvollen Graphiken alle Texte zum Nachlesen in einem schön anzusehenden Booklet als ästhetisches Schmankerl obendrauf. (1+ für Verpackung und die Bilder) Die zusätzliche Remix-CD weiß mich allerdings leider musikalisch nicht so wirklich zu überzeugen. Einzig die beiden Versionen von „Dead Body“ (AUTOAGRESSION) sowie die Bearbeitung des leider in seinem Ausgangszustand recht unspektakulären „Jesus was Gay“ (nebst albernem Text) in der Version von FUNKER VOGT gehen richtig ab. Insgesamt schwingt die Musik zwischen den Polen der englischen Alternative-Elektronik, wie sie in den 90er geprägt wurde, und dem Gegenpol des eingängigen Elektro/ F-Pops.

Zu den stärksten der sehr experimentellen und unkonventionellen Tracks auf dem regulären Longplayer zählen sicherlich „Rockin’ Silver Knight“, „Everything“, „Dead Body“ und das sehr an DAF oder KRAFTWERK erinnernde „Sonne“ (übrigens auch der einzige deutschsprachige Text auf dem sonst durchgehend englisch besungenen Album). Der bekannteste und ansprechendste Track auf „Alive“ ist aber ohne Zweifel das aus vielen Clubs landauf und landab bekannte „White and Alive“ in eben jenem Clubmix. Abgesehen von den manchmal recht eigentümlichen Klangerzeugnissen gerade zum Ende des Albums hin gelingen es dem Quartett eine weit gespannte Variationsbreite an sanften elektronischen Klängen vor ihrer Hörerschaft und Fangemeinde auszubreiten. Nicht zuletzt seit der erfolgreichen Begleitung von VNV NATION auf deren „Futureperfect“-Tour anno 2000/ 2001 haben sich XPQ-21 einen Namen in der elektronischen Szene erspielt und produziert. Mit ihrem neuen Werk werden sie ihren Status weiter ausbauen und festigen können. Zu guter letzt sei hier noch der wirkliche Geheimtipp des gesamten Albums erwähnt: „In Your Eyes“. Mit diesem Track können XPQ-21 jedem herausragendem Futurepop-Projekt Konkurrenz machen. Das Stück klingt, als wäre es aus der Feder von PRIDE AND FALL oder ASSEMBLAGE 23 geflossen.

Alles in Allem ist dies hier ein rundum gelungenes Album (auch wenn man sich über die Remixe streiten kann) in ansprechendem und aufwendigem Design mit musikalischen Erzeugnissen zwischen wunderschönen Melodien, tanzbaren Perlen und experimentellen (manchmal sperrigen) Klängen zum Genießen – für Ohren, Beine, Kopf und Herz.

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