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YEAH YEAH YEAHS - Mosquito

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Artist YEAH YEAH YEAHS
Title Mosquito
Homepage YEAH YEAH YEAHS
Label POLYDOR
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
5.5/10 (2 Bewertungen)

Puh, das ist ja mal ein hässliches Cover, das Karen Orzolek (Gesang), Nicholas Zinner (Gitarre) und Brian Chase (Schlagzeug) da für ihre vierte Langrille ausgewählt haben. Aber wir wollen uns nicht von Äußerlichkeiten abschrecken lassen und gehen lieber gleich in medias res und schauen, was sich der flotte Dreier, der seit der Jahrtausendwende gemeinsame Sache macht und bislang weltweit über eine Million Platten verkaufen konnte, musikalisch für „Mosquito“ ausgedacht hat.

Und da starten die New Yorker mit ihrer ersten Single „Sacrilege“ doch sehr vielversprechend. Die hypnotische Indie-Nummer hat das Zeug zum Hit und legt die Latte hoch. Selbige wird mit dem folgenden „Subway“ allerdings gerissen, dabei macht auch dieser Song zunächst neugierig, versäumt es dann jedoch, den Spannungsbogen zu halten und plätschert am Ende relativ belanglos daher. Da kann der knackige Ausflug in die Sixties-Garage deutlich besser überzeugen: beim Titeltrack „Mosquito“ schwurbelt und schrammelt es gewaltig, ehe sich das mysteriöse „Under The Earth“ für den Soundtrack des nächsten Lynch-Films empfiehlt (mit Filmmusik kennt sich Karen O im Übrigen aus; mit Trent Reznor hat sie einen Song für den Kinohit „Verblendung“ aufgenommen und außerdem den Soundtrack zur Verfilmung von „Wo die wilden Kerle wohnen“ gemacht – mal ganz abgesehen von der Oper „Stop The Virgens“, die sie geschrieben hat und die in New York und Sydney aufgeführt wurde). Währenddessen nimmt das knackige „Slave“ wieder Fahrt auf, bevor „These Paths“ erneut experimentellere, teilsynthetische Wege geht. Wenig später kracht „Area 52“ in leicht verstörter Glam-Rock-Manier aus den Boxen. Nicht unbedingt die erste Wahl, aber wie üblich auch Geschmackssache. Gleiches gilt für die Zusammenarbeit mit dem Rapper DR. OCTAGON, die auf den Namen „Buried Alive“ hört und vergleichsweise stoisch rüberkommt. Der Herr Doktor fügt dem Ganzen brav seine Strophen hinzu – für zwischendurch ein durchaus netter Absacker, der immerhin mehr Tiefgang mitbringt als das etwas uninspirierte „Always“, das außer einer permanenten Wiederholung des Titels und sparsam dosierten Latino-Beats nicht wirklich viel zu bieten hat. Nach diesem kleinen Durchhänger kommt „Despair“ langsam wieder auf Touren und wärmt das Herz, um schließlich mit dem „Wedding Song“ noch einmal zum großen emotionalen Paukenschlag auszuholen.

Nicht alles ist hundertprozentig gelungen, manches Mal bleiben die guten Ideen auf „Mosquito“ stattdessen leider auf halber Strecke stecken, dabei sind die Ansätze durchaus hörenswert. In diesem Sinne ist das Album nicht wirklich schlecht, sondern in Teilen einfach etwas durchwachsen. Der ganz große Wurf sieht anders aus, unterhaltend sind die YEAH YEAH YEAHS mit ihrem vierten Longplayer jedoch allemal und live werden Karen O und ihre Mannen das Ding mit Sicherheit schaukeln.

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