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YELLOWKNIFE - Wooden Future

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Artist YELLOWKNIFE
Title Wooden Future
Homepage YELLOWKNIFE
Label ADP RECORDS
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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10.0/10 (4 Bewertungen)

Der Mann hinter YELLOWKNIFE ist Tobi Mösch, den der eine oder andere vielleicht als Gitarrist und Sänger der Post-Hardcore-Kapelle ASHES OF POMPEII kennt. Mit dem musikalischen Genre dieser Kapelle hat sein Quasi-Solo-Debüt „Wooden Future“ allerdings nicht viel zu tun. Vielmehr hat sich Mösch, welcher der Kopf fast aller Töne und Worte auf dieser Platte ist, dem Indie-Pop-Rock zugewandt und damit seine Begeisterung für FEIST, BON IVER und RYAN ADAMS, THE NOTWIST, DEATH CAB FOR CUTIE sowie PHOENIX, BOY oder auch THE NATIONAL zum Ausdruck zu bringen.

Womit wir gleich auch mal wissen, für welche Fan-Schnittmenge das Weiterlesen an dieser Stelle Sinn macht. Fest steht, dass „Wooden Future“ sehr eingängig geraten ist und so drängt der flirrende Opener „Coming of Age“ nicht nur munter nach vorn, sondern auch umgehend in die Gehörgänge, während er davon erzählt, dass die Zeit, die man vor ein paar Jahren noch mit vollen Händen verballert hat, immer schneller zwischen den Fingern zerrinnt. Tja, mit Anfang 30 schaut man schon mal zurück und hat im besten Fall die Epochen hinter sich gelassen, in denen am Ende des Geldes noch viel Monat übrig war („No Sleep Till Brokelyn“). Ein bisschen wehmütig erinnert „Chameleon“ an die Dinge in der Vergangenheit, die nicht geklappt haben, an ungewollte Mechanismen („On/Off The Track“, „Automatic“), aber auch schöne Momente, denen eine besondere Stimmung inne war („Cinderella) und den Schwierigkeiten, den richtigen Platz im Leben zu finden (in bassbetonter Slow Motion: „Best Fit“). Mithilfe des melancholischen „Reminders“ memoriert YELLOWKNIFE die Stadt, in der er seine Jugend mit Musik hören, Bier trinken und Konzerten verbracht hat, ehe das perlende „Stay“ gegen den Bore-Out der ewigen Warterei und Unterforderung anspielt. Am Ende wird’s mit „Veneer“ abermals nachdenklich. Dann nämlich, wenn Tobi desillusioniert feststellen muss, dass die eigene Zukunft nicht so golden ist, wie man immer gehofft hat.

Dabei ist seine Zukunft wahrlich nicht derart hölzern, wie er uns als YELLOWKNIFE weis machen will. Denn mit „Wooden Future“ hat er ein Album geschrieben und aufgenommen, das eine enorme Tiefe mitbringt und bei der durchaus vorhandenen Schwermut auch eine gewisse Leichtigkeit mitbringt. Eine Kombination, die jeden einzelnen der zehn Songs hörenswert macht.

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