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YOUNG HOLLYWOOD - Shotdown

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Artist YOUNG HOLLYWOOD
Title Shotdown
Homepage YOUNG HOLLYWOOD
Label GLASSTONE RECORDS
Leserbewertung
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Aus dem Süd-Westen Englands stammt das Quartett YOUNG HOLLYWOOD, das seit 2006 auf zahlreiche Auftritte zurück blicken kann, unter anderen auch mit THE BLACKOUT, KILL THE ARCANE oder TONIGHT IS GOODBYE, mit denen sie musikalisch allerdings nicht ganz so viel gemein haben. Von dem Label „Glasstone Records“ unter die Fittiche genommen, beschloss man, die erst eigenproduzierte EP „Shotdown“ nochmal neu aufzunehmen, um damit den Stein für die Jungs ins Rollen zu bringen.

Das, was einen auf der 4-Track-EP erwartet, lässt sich am besten mit den in der Presseinfo zitierten Worten beschreiben: „Die Band hat einen Sound entwickelt, als würde einem jemand pausenlos ins Gesicht schlagen…“. Dem kann man nur beipflichten. Schon gleich von der ersten Sekunde der 13:19 Minuten Gesamtspielzeit knüppeln Schlagzeug, Gitarre und Bass schonungslos in einem fiesen Brei aus Hardcore und Punk auf einen ein. Dann setzt Sänger Matt mit seinen Shouts nach, die er mit nörgeligem Gekreische oder verachtendem Gekrächze anreichert. Bei dem, was da manchmal noch so seiner Kehle entspringt, kann ich mich einfach nicht dazu durchringen, es „Gesang“ zu nennen – mit viel Toleranz könnte man es als einen Versuch dessen bezeichnen. Sei’s drum, die Formation will „Auf‘s Maul“-Musik machen, da ist Singen eh überflüssig. Weiterhin heißt es im Infomaterial: „…mit der Ausnahme, dass es einem gefällt, auf eine perverse Art und Weise“ (ich zitiere hier nur!). Ich weiß jetzt nicht, ob es an meiner Übersetzung liegt (ich denke: nein!), aber meine Meinung nach müsste es heißen: „Es ist eine Ausnahme, WENN es einem gefällt,…“. Es fällt einem wirklich nicht leicht, die Strukturen der Songs zu verstehen, zu sehr artet es meist in ein chaotisches Überstrapazieren der Instrumente aus, von dem sich auch Matt am Mic oft anstecken lässt. Aber es gibt auch kleine Lichtblicke: Immer mal wieder wissen einzelne Fetzen zu gefallen, so z.B. das kleine Bass-Solo in der Mitte des zweiten Songs „Plastic“ und der folgende „Abgeh“-Part. „Is A Runaway“ hat einen ganz netten rockigen Rhythmus, ähnlich wie auch der Abschlusssong „We have no Moves“, der generell auch ein relativ annehmbares Songwriting aufbietet.

YOUNG HOLLYWOOD scheinen durchaus ihre Instrumente zu beherrschen, jedoch geht das oft in ihrem Bestreben, möglichst aggressiv und chaotisch klingen zu wollen, unter. Man bekommt wie versprochen ordentlich was auf die Mütze und dass in für diese Zwecke ausreichender Sound-Qualität. Mit Geduld und gutem Willem kann man den Kompositionen der Truppe schon etwas abgewinnen, jedoch gibt es einfach zu viele Bands, die es noch besser können. Vielleicht haben sich YOUNG HOLLYWOOD mit ihrer ersten EP nun etwas abreagiert und können ihre Wut und Energie auf einem möglicherweise folgendem Longplayer gezielter unterbringen. In dem Fall – und wahrschein nur in dem Fall – bleibt die englische Truppe ein kleiner Geheimtipp.

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