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YOUNG KNIVES - Sick Octave

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Artist YOUNG KNIVES
Title Sick Octave
Label GADZOOK RECORDINGS/ ALIVE
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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9.5/10 (2 Bewertungen)

Die YOUNG KNIVES, das sind Henry, House of Lords und Ollie. Zuhause sind sie in den East Midlands, wohnen jedoch seit geraumer Zeit in Oxford. Drei Jahren haben sie sich Zeit gelassen, um ihr – nach eigenem Bekunden – bestes Album „Sick Octave“ fertig zu stellen. Aufgenommen wurde die selbst produzierte Platte (die auf dem eigenen Label Gadzook das Licht der Plattenläden erblickt) in einem Flugzeughangar und vielleicht entspringen dieser eher technischen Umgebung auch manche der Einflüsse auf „Sick Octave“.

Okay, die ersten 27 Sekunden sind vermutlich in einem Kinderzimmer entstanden, denn auf „1 2 3 4 5“ sind zunächst einmal nur Kinderstimmen zu hören, die ebendiese Zahlen aufsagen, bevor mit „Owls of Athens“ auch die Herren Musiker in Erscheinung treten. Fast scheint es, als sei „Sick Octave“ so etwas wie ein stilistischer Befreiungsschlag nach dem kommerziellen Erfolg beim Major Warner. Keine künstlerische Bevormundung mehr und deshalb darf munter experimentiert und der Kreativität freien Lauf gelassen werden. Im Fall von „We Could Be Blood“ hat das auch gut geklappt, aber manchmal schießen die drei Jungs, die seit 1997 gemeinsam Musik machen und zunächst als SIMPLE PASTORAL EXISTENCE und PONYCLUB firmierten, doch übers Ziel hinaus. „All Tied Up“ und „White Sands“ sind für meinen Geschmack ein wenig zu frickelig geraten und die repetitiven Klangminiaturen von „Something Awful“ zerfasern den eigentlich interessanten Song dann doch arg. Ganz zu schweigen von „Preset Columns/Default Comets“ oder „Green Island Red Raw“, die so etwas wie Free-Jazz-Versuchsanordnungen zu sein scheinen und vermutlich nur unter Drogeneinfluss seinen wahren Sinn erkennen lassen – oder zu einem ganz üblen Trip führen. „Bella Bella“ weiß die unkonventionellen Zutaten besser zu dosieren und auch „Marble Maze“ entspricht eher gängigen Hörgewohnheiten. Dabei sind diese Stücke ebenso wie „Score“ oder „Bed Warmer“ immer noch meilenweit vom Mainstream entfernt, was grundsätzlich auch absolut in Ordnung geht. Auch das finale „Maureen“ hält sich freundlicherweise etwas zurück – auf diesem Level könnte ich mich problemlos mit „Sick Octave“ anfreunden, aber da waren dann ein paar kranke Oktaven zu viel im Spiel.

Wer jedoch auf große Entdeckungsreise gehen möchte und keine Angst vor manchmal schrägen Überraschungen hat, möge den Briten gern sein Ohr leihen. An die Top-40-Erfolge der Vergangenheit werden die YOUNG KNIVES mit „Sick Octave“ allerdings nicht heranreichen können.

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