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ZERAPHINE - Traumaworld

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Artist ZERAPHINE
Title Traumaworld
Homepage ZERAPHINE
Label DRAKKAR/ BMG
Leserbewertung
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8.0/10 (5 Bewertungen)

ZERAPHINE avancierten mit ihrem Debüt „Kalte Sonne“ zu den Shooting-Stars der melodischen schwarzen Szene und lieferten so ganz nebenbei eine meiner absoluten Lieblingsscheiben ab. Ausschlaggebend waren vor allem die deutschen Texte, welche Sven Friedrich auf gefühlvolle Art und Weise zum besten gab. Umso nervöser wurde ich, als bekannt wurde, dass auf dem neuen Album „Englisch“ die neue Stammessprache werden sollte. Und so ist es dann auch gekommen, lediglich 2 deutsche Stücke verbleiben auf „Traumaworld“ und man kann es gleich vorwegnehmen, ein zweites „Sterne sehen“ gibt es nicht, am ehesten erreicht noch das letzte Stück „Wenn du gehst“ solch erlauchte Sphären.

Aber keine Angst, wir haben es hier mitnichten mit einer Enttäuschung zu tun. Zwar ist der Überraschungseffekt natürlich jetzt weg, aber dafür wuchs die Truppe organisch zusammen und hat mithin erheblich am Songwriting gefeilt. Nun zu den 13 Kleinoden: Nach drei guten aber nicht überragenden Einstiegsdrogen wird es dann im Mittelteil zwischen Track 4 und 8 wieder magisch. „Failing Breath“ überzeugt mit einem wunderbaren Refrain und perfekter Dramaturgie (meine Empfehlung für eine Single!), „No Tears“ kommt überraschend flott und mit deutlichen THE CURE-Anklängen daher, während das DEPECHE MODE Cover „In your Room“ jedem bekannt sein sollte, der schon mal ein ZERAPHINE Konzert besucht hat. Danach „Schreit dein Herz“ und zwar zum ersten mal in deutsch und man kann mir erzählen, was man will, in der Muttersprache gehen Friedrichs Texte einfach mehr unter die Haut. „Be my rain“ schließlich wird die erste Single-Auskopplung, auch ein relativ rockiges Stück, so wie man der Band insgesamt attestieren muss, ein wenig härter geworden zu sein. Natürlich nicht im Metal-Sinne sondern eher als Reminiszenz an die klassischen Goth Rock Bands der 80er transportiert in ein modernes Gewand. „Stop Pretending“ ist hierfür ein weiteres treibendes Beispiel und auf den Rausschmeißer „Wenn du gehst“ bin ich ja schon eingegangen, hier besteht wieder Taschentuchgefahr bei empfindlichen Seelen.

Nach dem fünften Durchlauf der Scheibe war auch ich von ihrer Klasse überzeugt, man sollte nämlich nicht den Fehler begehen, ständig Vergleiche mit dem Debüt aufzustellen. Dieses wird für lange Zeit unerreichbar bleiben in seiner Art. „Traumaworld“ hingegen ist eine eigenständige Weiterentwicklung mit sehr vielen „großen“ Songs, welche die Band weiter an die Spitze bringen werden, dessen bin ich mir ganz sicher!

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