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ZODIAC - A Bit Of Devil

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Artist ZODIAC
Title A Bit Of Devil
Homepage ZODIAC
Label DRAGON PRODUCTIONS
Leserbewertung
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5.0/10 (21 Bewertungen)

Es gibt so diese Alben… die es mir als Schreiber schwer machen. Eben solche, die im Ohr hängen bleiben und zum Dauergast im CD-Player werden. Die Deutschen ZODIAC sind mit „A Bit Of Devil“ einer dieser Kandidaten. Nur aus welchem Grund macht mir diese CD das Schreiben schwer? Ganz einfach: Die Rezension sollte schon sachlich sein und zumindest einen Hauch Objektivität beinhalten. Nur wie bekomme ich Objektivität hin, wenn nach dem ersten Hördurchgang nur ein Satz im Kopf hängen bleibt. Welcher?

„Wie genial war das gerade!“ Und ich schätze mal, jedem Stoner-Fan oder auch Anhänger des gitarrengetränkten Rocks der Siebziger wird es ähnlich gehen. Fette Gitarren bestimmen von Anfang an das Bild. Allein das Einstiegsriff aus dem Namensgeber dieser Scheibe ist richtungweisend für das, was noch kommt. Das folgende „Carnival“ ist da noch harmlos, hier wirkt die Band fast noch steif. Die Riffs passen, der Text auch und selbst die Soli rocken. Aber es geht noch besser – genau das beweist das ZZ-TOP-Cover „Blue Jean Blues“. Und mal ehrlich: Wer einen Song von den Groove-Göttern covert, muss entweder verdammt gut oder ziemlich verrückt sein. In diesem Fall scheint wohl beides zuzutreffen. Ich weiß wirklich nicht, wie ich das Stück in Worte fassen soll? Das Original fällt ja schon klasse aus – aber was ZODIAC daraus machen, ist mehr als nur hörenswert. Der Einstieg ist deutlich länger, die Soli ausgefallener und der Gesang aggressiver. Hier schwingt der Blues in jedem Ton mit. Würdiger kann man ZZ TOP nicht bearbeiten. Noch beinahe paralysiert durch diese Nummer weckt mich dann das krachende „Horror Vision“ auf. Und hier regiert eben nicht der Horror sondern vielmehr Psychedelic vom Feinsten. An dieser Stelle überspringe ich drei richtig gute Nummern und komme zum absoluten Highlight dieser CD: Das Finale mit „Coming Home“. Eine zehnminütige Fusion aus allem, was den Rock ausmacht. Ein emotionaler Text, tolle Gitarrenarbeit und Tempowechsel. Dieses Stück ist ein mehr als würdiger Abschluss. Man höre sich nur einmal das Riff an, das bei ca. 01:18 beginnt. Hier ist Gänsehaut garantiert. Das Ganze wird durch eine dezente Orgel untermalt und von Percussion begleitet. Und langsam schaukelt sich das Solo hoch, bis man vom dezenten leisen Blues in ein fett rockendes Stück übergeht. Klanglich kann ich im Übrigen auch nicht meckern. Hier trifft der Charme der Siebziger auf die Qualität von heute.

Soviel zum Thema Objektivität. Bei dieser Art von Material kann ich nicht wirklich objektiv sein. Dafür gefällt es mir einfach viel zu sehr. Ich lasse mich hier nur zu gern von der Spielfreude anstecken, schiele immer wieder in Richtung meiner Pacifica und träume davon, ebensolche Riffs zu beherrschen, verliere mich wieder in den Songs und drücke am Ende der CD wieder den Startknopf. Und mit einem seligen Grinsen im Gesicht empfehle ich dieses Album allen Stoner-Fans, Anhängern der rockenden Siebziger und auch den Bluesern unter Euch. Ich für meinen Teil drücke jetzt noch einmal „Play“.

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