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ZSK - Ende der Welt

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Artist ZSK
Title Ende der Welt
Homepage ZSK
Label CENTURY MEDIA
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Die Skatepunk-Kapelle ZSK wurde 1997 in Göttingen gegründet und der Name der Band spielt auf das umstrittene ‚Zivile Streifenkommando‘ (ZSK) der Göttinger Polizei an. Nach zahllosen Konzerten in linken Jugendzentren zog die vierköpfige Band vier Jahre später geschlossen nach Berlin, 2002 erschien das Langspiel-Debüt „Riot Radio“, das 2018er „Hallo Hoffnung“ war mit #16 bislang der größte Erfolg des Quartetts, das jetzt mit „Ende der Welt“ nachlegt. Die Langrille sollte eigentlich bereits im vergangenen August erscheinen, aber auch hier hat die Corona-Pandemie seine Strippen gezogen, sodass nicht nur die erste Japan-Tour, sondern auch ein ausgebuchter Festivalsommer und eben auch die Veröffentlichung von Album Nr. 6 ins Wasser fielen.

Aber aufgeschoben ist ja bekanntlich nicht aufgehoben und so beglücken uns Joshi (Gesang & Gitarre), Ace (Gitarre), Eike (Bass) und Matthias (Drums) mit zwölf neuen Songs, die zu den abwechslungsreichsten Tracks zählen dürften, die ZSK bislang auf einem Silberling vereint haben. Zu Beginn gibt es mit „Ich feier euch“ eine punkige Ode an die Freunde auf die Ohren, während das nachfolgende „Die Kids sind okay“ dem Gejammer über das angeblich fehlende politische Bewusstsein der Generation Z druckvoll Paroli bietet. Mitsamt Kinderchor und deutlichem Ska-Punk-Einschlag verabschieden sich die Wahl-Hauptstädter dank „Mach’s gut“ von alldenjenigen, die auf irgendeine Weise nerven, bevor das Titellied „Ende der Welt“ als linke Kampfansage gegen den Irrsinn auf unserem Planeten aus den Boxen schubbert. Für das ironische „Kein Talent“ machen ZSK gemeinsame Sache mit dem Hamburger Rapper SWISS, der 2017 als Support mit auf Konzertreise war, wohingegen das anklagende „Sag mir wie lange“ das temperamentvolle Ergebnis einer Zusammenarbeit mit dem ANTI-FLAG-Bassisten und Songwriter Chris Barber ist. Das Stück entstand auf einer gemeinsamen Tour Anfang 2020 und wurde anschließend durch den digitalen Austausch von Demos fertiggestellt. Emotionaler Höhepunkt des Longplayers ist zweifellos das hymnische „Stuttgart“, das von dem Tag erzählt, an dem Joshis Mutter starb, während ZSK in der Schwabenmetropole auf der Bühne standen. Im Anschluss rechnen die Exil-Niedersachsen vermittels „Alle meine Freunde“ mit der AfD ab; „Rumstehen“ hat die Auswirkungen von Covid-19 zum Thema und auch Chef-Virologe Christian Drosten hat einen Song verehrt bekommen: „Ich habe Besseres zu tun“ heißt die Nummer, die ursprünglich als Scherz gedacht war und inzwischen annähernd 460.000-mal auf YouTube angeklickt wurde.

Außerdem brachte der Song ZSK nicht nur ins Fernsehen, Radio und in das Feuilleton, sondern auch mit Herrn Drosten zusammen, denn der Vierer übergab ihm eine Unikat-Vinyl-Single von „Ich hab Besseres zu tun“, woraufhin er versprach, den Song mit ZSK live zu spielen, sobald es wieder richtige Konzerte gäbe. Nicht vergessen wollen wir das knackige „No Justice“, den einzigen englischsprachigen Track und „Mein Zuhause ist bei dir“, der abermals ein Loblied auf die Freundschaft anstimmt. „Ende der Welt“ steckt voller Energie, klaren Statements und jeder Menge Spaß. Auf diese Weise verbreiten ZSK mit ihrem krachenden Skatepunkt zwischen all den Hiobsbotschaften, die uns permanent aus allen Ecken der Welt erreichen, ein Fünkchen Hoffnung und sieht man nicht sogar schon ein schwaches Licht am Ende des Tunnels?

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