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ZUUL FX - The Torture Never Stops

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Artist ZUUL FX
Title The Torture Never Stops
Homepage ZUUL FX
Label 13 BIS RECORDS
Leserbewertung
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Haben sich die Franzosen ZUUL FX mit ihren ersten beiden Scheiben eine recht solide Grundlage in der zweiten Liga des Euro-Thrash gesichert, so lassen sie mit dem wichtigen dritten Werk einen geheimen Wunsch der Anfangstage Gestalt annehmen: mit einer Armee Untoter auf dem Cover und einer irren Geschichte von einem Wahnsinnigen, der nach dem Tod seiner Frau in eine Parallelwelt flüchtet und sich dort auf eigenartige Weise transformiert, soll „The Torture Never Stops“ rundum an die einst von Tarantino und Rodriguez kultivierte Grindhouse-Atmosphäre erinnern. Mit dem guten Geiste der Könige des trashigen Films an der Seite ist man ordentlich gewappnet, um deren thrashigen Ebenbildern die Krone streitig zu machen.

Den Sturm auf den Thronsaal vorbereitend, beweist Neu-Drummer Clement im kurz gefassten Opener „I want to kill You like they do“ schon außerordentliche instrumentelle Kompetenzen und wummert einen dollen Base-Hammer über dunkle Piano-Klänge (DARK TRANQUILITY kommen mir da wieder in den Sinn) und das voluminöse Grunzen vom namensgebenden Vokalisten Zuul. Richtig abgefahren rast aber erst das folgende „The Maze“ als gnadenloses schnelles Ungeheuer nach Vorne. Auch ohne anstrengende MESHUGGAH-Mathematik agiert man technisch erste Sahne und lockert mit einem geschmeidigen Solo gar ein wenig auf, bevor sich „Beat the Crap out“ doch noch im kühlen Sperr-Metal festsetzt. Wieder nicht zu krass in der Ausführung erinnert man hier an die älteren FEAR FACTORY, bringt darüber hinaus noch einen ganzen Schwung traditionellen, Groove-betonten Gitarren-Metal mit. Der Trend setzt sich fort, bleibt das Anfangstempo doch mit heftigen Talfahrten wie dem Titeltrack und dem beinahe getragenen Schmachter „Man of Silence“ unerreicht. Dafür gibt man sich im Detail zunehmend verspielter, integriert mittels konstant erhabener Drums mehr Stakkato-Bretter und kombiniert dies mit hauptsächlich tief geschrammelten Riffs, die sich die nach dem tragischen Tod von Paul Gray momentan wenig aktiven SLIPKNOT zum Vorbild nehmen. Den Vergleich schürt gerade auch das letzte Stück „Missa Pro Defundis“, die mit verstörenden Gitarren überlagerte Walze überstrahlt die sonst „nur“ solide zweite Hälfte mühelos. Starker Fokus auf Aggressionssteigerung und nicht gerade aufregend gestalteten Wechseln, deren Existenz das Album aber natürlich von weniger inspirierten Vertretern abhebt, verhindern, dass zumindest irgendwas hängenbleibt. Obwohl eigentlich kein Nachteil lässt die mangelnde Eingängigkeit gerade jetzt an der Wettbewerbsfähigkeit der Scheibe zweifeln, haben sich doch die dominierenden FEAR FACTORY erst letztes Jahr mit einer Wucht zurück ins Geschäft katapultiert. Selbst den Landsmännern von DAGOBA, die schon an mancher Stelle von der Presse als Vergleich herangezogen wurden, wird man sich vorerst noch unterordnen müssen.

So spricht unterm Strich der Titel „The Torture Never Stops“ für sich: der seit dem Debüt „By The Cross“ eingeschlagene Neo-Industrial-Death-Thrash-Weg wird konsequent fortgeführt und verspricht eine harte, massive, in Teilen auch anstrengende Heavy-Platte, die im Vergleich mit ihrem Vorgänger jedoch keine wirkliche Weiterentwicklung vorweisen kann. Der große Wurf ist Album Nummer 3 daher noch nicht im Entferntesten. ZUUL FX bleiben vorerst die zweite Wahl für Fans oben genannter und vergleichbarer Vertreter und somit deutlich hinter den Erwartungen.

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