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SCOOTER

Ort: Bielefeld – Stadthalle

Datum: 30.03.2012

Sein wir mal ehrlich: Das jüngste SCOOTER-Album „The Big Mash Up“ war sicher kein Oberknaller und selbst die Singles daraus charteten doch recht enttäuschend. Aber getreu der Fußballweisheit „Wichtig ist auf dem Platz“ sind die drei Hamburger zumindest live noch immer eine Macht, was unlängst allein 9000 Heim-Fans beim Tourauftakt in der O2 World erleben konnten. Bielefeld konnte da mit knapp 3000 Feierwütigen zwar nicht ganz mithalten, gleichwohl war die Stadthalle sehr ordentlich und zudem noch angenehm gefüllt. Bereits im Foyerbereich stachen aus diesem bunt gemischten Menschenpulk einige Grüppchen durch lautstarke Party-Gesänge oder einheitliche Verkleidungen hervor, bevor der offizielle Teil pünktlich gegen 20:00 Uhr eine Etage höher begann.

Für das Warm-Up waren ebenfalls aus der Hansestadt die beiden Kontor Records Stammkräfte Eric Chase und Jerome gebucht, die mit ihrem DJ-Programm erst hier den Leuten einheizen sollten und später auch noch zusammen mit Michael Simon von SCOOTER für die Aftershowparty im Café Europa angekündigt waren. Die szeneübliche Stimmungsmache traf durchaus den Nerv der meisten Anwesenden, die sich empfänglich zeigten und bereits in größerer Anzahl zu einem bunten Strauß an Beats und Melodien tanzend über das Parkett bewegten.

Nach diesem Anheizer und einer etwas zu langen Pause starteten dann der künftige X-Factor Juror H.P. Baxxter und seine Sidekicks Rick J. Jordan bzw. Michael Simon ihren Auftritt, der durchweg von einem Laser- und Pyro-Bombardement erster Güte samt großzügigem Licht-Spektakel und riesiger Video-Wall untermalt wurde. Zusätzlich sorgten vier Gogo-Tänzerinnen sowie zwei männliche Jumpstyle-Tänzer mit ihren Choreos und wechselnden Outfits sowohl für Bewegung als auch für Abwechslung auf der nicht gerade kleinen Bühne. Gegenüber der 2010er „Under The Radar Over The Top“-Tour wurde die Setlist natürlich auf Kurs gebracht, sprich einige aktuelle Tracks wie „David Doesn’t Eat“, die Tour-Single „It’s A Biz (Ain’t Nobody)” oder das Vicky Leandros Revival „C’est Bleu“ neu berücksichtigt, zudem aber auch im Klassikersegment aufgewertet. Zu Lasten von Tunes wie „Posse“, „Fire“ oder „Weekend“ sind an dieser Stelle allen voran das Eröffnungsinferno „Faster Harder Scooter“/ „Ramp“ sowie mein SCOOTER-Fave „Jigga Jigga“ zu nennen, der, wovon ich heute noch immer überzeugt bin, damals im Falle eines Sieges beim deutschen Grand Prix Vorentscheid Europa sicher überrollt hätte. Einige ältere Stücke wurden darüber hinaus in einem Medley zusammengefasst, bevor bei „Shake that!“ z. B. ein Konfettiregen auf die Zuschauer niederging. Zwischendurch gönnte sich H.P. bei zwei längeren Instrumentals dann mal eine Verschnauf- bzw. vielleicht auch Zigarettenpause, wobei gerade das old-schoolige „Back in Time” von der „Move your ass“ Single a) sicher eine große Überraschung darstellte und b) mit einer extrem laserdurchfluteten Halle jede Großraumdisco hätte neidisch werden lassen. Zum Schluss gaben die Mannen noch einmal richtig Vollgas und ballerten wie ein Schweizer Uhrwerk mit „J’adore Hardcore” (bei dem die per se schon Mitgröhl-taugliche Darts-Hymne „Chase the sun” verwurstet wird), „Nessaja“ und „One (Always Hardcore)“ eine Hymne nach der Nächsten in die Meute. Die Stimmung war nun auf dem Siedepunkt und auch bei den Zugaben ließ man sich selbstverständlich nicht lumpen und bot insbesondere mit „Maria (I Like It Loud)” und der final unvermeidlichen „Hyper Hyper / Move Your Ass” Kombi weitere Druckmittel, um richtig abzugehen. Die Ostwestfalen folgten den Appellen bereitwillig, auch wenn man mit anderen Metropolen in punkto Ausgelassenheit vielleicht nicht zu 100 % mithalten konnte. Daher haben SCOOTER sicherlich schon bessere, aber bestimmt auch bereits deutlich schlechtere Konzerte erlebt. Unterhaltsam war es allemal, immer vorausgesetzt, man hat vorher seine Scheuklappen am Einlass abgegeben.

Setlist SCOOTER
Intro
Faster Harder Scooter
Ramp! (The Logical Song)
The Only One
David Doesn’t Eat
See Your Smile
Jump That Rock (Whatever You Want)
Medley: I’m Your Pusher / Fuck The Millenium / Habanera / Call Me Manana
U.F.O. Phenomena / Bang Bang Club
Shake That!
Jigga Jigga
The Leading Horse
It’s A Biz (Ain’t Nobody)
Back in Time
Jumping All Over the World
The Question Is What Is The Question?
C’est Bleu
J’adore Hardcore
Nessaja
One (Always Hardcore)

Maria (I Like It Loud)
How Much Is The Fish?
Hyper Hyper / Move Your Ass

Copyright Fotos: Karsten Thurau

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