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SCOOTER – HOUSE ROCKERZ DJ TEAM

Ort: ESSEN - GRUGAHALLE

Datum: 19.03.2010

Die Jungs von SCOOTER waren auch mal wieder auf Tour und zwar opulenter als je zuvor, denn auf der diesjährigen „Under the radar over the top“ Konzertreise hat die Größe der von dem Trio bespielten Hallen inzwischen beachtliche Dimensionen angenommen. Wir hatten uns die Essener Grugahalle und damit die Ruhr Area für eine Stippvisite auserkoren, die bei unserem Eintreffen schon voller „crazy Partypeople“ war. Im Innenraum dicht an dicht und auch die Tribünen fast komplett gefüllt ließ sich die Meute, darunter auch etliche Holländer, bereits vom Support, dem HOUSE ROCKERZ DJ TEAM bespaßen. Es ist bei SCOOTER ja fast schon Tradition, dass als Anheizer entweder ein DJ oder ein Dance Act mit MCs fungiert, ich erinnere da gerne an STARSPLASH, DJ BALLOON oder zuletzt die ATZEN. Auch diesmal bestand die Combo aus zwei MCs und einem Mann am Mischpult, qualitativ schnitten die Drei aber um Längen schlechter ab, als manch anderer in der Vergangenheit. Es lag sicher nicht daran, dass hier musikalisch ganz auf Nummer Sicher gegangen und quasi sämtliche aktuellen Dance Hits abgerufen wurde(n). Auch hatten die HOUSE ROCKERZ mit „Nur tanzen“ einen eigenen kleinen Hit am Start, jedoch wirkte die gesamte „Animation“ einfach nur stümperhaft. Fast schon aufregender – wenngleich total deplaziert – waren da die zwischenzeitlichen Auftritte des 5-fachen Jojo-Weltmeisters Dennis Schleussner, der mit seinen Arbeitsgeräten im Takt der Musik einige Choreographien hinlegte. Währenddessen wurden die Herren an den Mikros nicht müde zu betonen, dass es jetzt SCOOTER Jojos zu erwerben gäbe. Meine Güte, wer hat sich so einen Schmarn nur ausgedacht?

Dann war Pause und das feierwillige Publikum dürfte gleichwohl auf Kurs gebracht worden sein. Nach einiger Zeit ging das Licht geradezu plötzlich wieder aus und fast gleichzeitig ertönte erstmal eine fette Explosion. Spätestens jetzt waren alle Leute in der Halle wieder wach und konnten ihre Aufmerksamkeit auf das unheilschwangere Intro des Headliners (mit The Omen/ Tubular Bells Versatzstücken) richten. Richtig los ging es dann mit „J´adore Hardcore“, zu dem Feuersäulen aufstiegen und Raketen über den Innenraum flogen. Sind wir hier etwa bei RAMMSTEIN gelandet? Natürlich nicht, wie die drei Protagonisten bewiesen, die nun auf der Bühne ihre Plätze einnahmen. Eine riesige LED Wand im Hintergrund und zwei weitere Podeste für Tänzer komplettierten das Bühnenbild, „Posse“ wurde gleich hinterher geschoben und alle konnten direkt steil gehen. Sehr clever und ganz nach dem Motto: Gib dem Affen Zucker, dann frißt er dir aus der Hand. Ansonsten war die erste Hälfte des Sets aber stark vom neuen Album geprägt: war es nun die offizielle Hymne zur Eishockey WM „Stuck on replay“, das CHAMELEONS Cover „Second skin“ oder eine spezielle Version von „Where the beats“, die wegen fehlender Genehmigung so nicht auf der CD gelandet ist. Die Textzeile „We gonna take you to another dimension“ aus diesem Titel kann sinnbildlich aber gut als Slogan für diese Tour herhalten.

Natürlich wurde auch der Vorgänger „Jumping all over the world“ bedacht, etwa mit dem Titelstück oder „The question…“, bei denen die „Jumpers“ mal zeigen konnten, wie man synchron tanzt. Alle Achtung! Die zweite Hälfte begann mit dem Kracher „Fire“, dem noch diverse Bandklassiker folgten sollten. H.P., inzwischen mit neuem Outfit, hatte sich wieder mal seine Gitarre umgeschnallt, um etwas Funkenregen zu versprühen. Ein Medley, „One (Always Hardcore)“ usw. ließen die Stimmung sodann nie abreißen und zu „Nessaja“ wuselten sich schließlich schöne Laserlights durch die Audience. Es durfte aber noch etwas mehr sein, denn das Partyvolk war sowohl ausdauernd als auch dankbar. Auch wenn es niemanden wirklich überrascht haben sollte, dass mit „How much is the fish?“ und „Maria (I like it loud)“ natürlich noch zwei der größten Hits der Hamburger auf dem Plan standen, oder gerade deshalb, wurde bis tief auf die Ränge weiter munter abgetanzt. Das geht vermutlich so nur bei der Kombi SCOOTER/ Ruhrgebiet. In dieser Freitagnacht wird daher die Party in der Stadt sicher noch lange weiter gegangen sein, während wir uns allerdings bereits mit „Maria“ auf den nicht gerade kurzen Heimweg begaben und darüber sinnierten, ob SCOOTER wohl aktuell ihren Zenit erreicht haben.
gerrit [pk]

Setlist SCOOTER
J´adore Hardcore
Posse
The sound above my hair
Stuck on replay
Jumping all over the world
The Question is what is the Question
Where the beats
Second skin
Clic Clac
Fire
Fuck the Millennium / Call me manana
Weekend!
One (Always Hardcore)
Ti sento
Bit a bad boy
Jump That Rock (Whatever You Want)
Nessaja

How much is the fish?
Maria (I like it loud)

Copyright Fotos: Karsten Thurau

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