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SCOOTER - Music For A Big Night Out

VN:F [1.9.22_1171]
Artist SCOOTER
Title Music For A Big Night Out
Homepage SCOOTER
Label SHEFFIELD TUNES/ EDEL
Leserbewertung
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3.2/10 (20 Bewertungen)

Eine Lanze für SCOOTER! Nachdem das neueste Werk der Sheffield-Jungs nun schon wochenlang in meinem Player rotiert, möchte ich konstatieren, behaupten, sagen: „MUSIC FOR A BIG NIGHT OUT“ ist eine der besten Veröffentlichungen im nicht gerade kleinen Backkatalog und nach dem enttäuschenden „The Big Mash Up“ ein deutlicher Schritt nach vorne. Charttechnisch mit Platz 10 eher Mittelmaß für H.P. und Co., besinnt man sich doch deutlichst der durchaus vorhandenen technischen Fähigkeiten: Versatzstücke bekannter Originale zu kombinieren (bzw. gleich ganz zu covern) und in ein treibend-tanzbares Trance-Gewand zu stecken.

So geht nach dem Quasi-Intro „Full Moon“ 5 Songs lang wirklich die Luzi ab – „All Killer no Filler“ ist hier die richtige Phrase. Immer nach vorn, eingängig, mitsing- und summbar. Wirklich grandios. Egal ob man BECKs „Loser“ in den eigenen Kosmos transformiert und dabei gleich eine gehörige Portion Humor offenbart oder die „Army of Hardcore“ in die Tanztempel dieser Hemisphäre bläst. Im Original übrigens von NEOPHYTE VS. THE STUNNED GUYS. Aber das musste ich selber googeln. Das absolute Highlight dann die erste Single “4 AM”, die einen sofort an den Eiern packt. Inhaltlich ein Mix aus BEVERLEY CRAVENs „Promise me“ und „Million Voices“ von OTTO KNOWS überzeugt hier insbesondere die Stimme von Jaye Marshall, die immerhin 3 Songs mit ihren kraftvollen Vocals veredeln darf. Eine weise Entscheidung, sind die Sangesqualitäten von Herrn Baxxter doch eher bescheiden, er konzentriert sich mit seinen fast Rap-artigen Parts auf das, was er kann. Parolen dreschen und für gute Laune sorgen. Warum dieser Track nur Platz 96 erreichte in der Single-„Hitparade“, ist (mir) total unverständlich. „No Way To Hide“ hält das eingeschlagene Niveau problemlos und das THE KLF-Cover „What Time Is Love“ brettert noch mal höchst mitreißend aus den Boxen. Einziger Kritikpunkt bei diesem Hit-Quintett: Die relativ kurze Lauflänge von gerade mal je 3 Minuten, da hätte man problemlos noch etwas strecken können. Aber sei’s drum, mit Song 7 gehen wir in eine kurze qualitative Pause, diesen Micky Maus-Stimmen-Tracks konnte ich noch nie etwas abgewinnen. „Overdose (Frazy)“ im Original von SYNAPSENKITZLER nervt ab dem ersten Ton, wenngleich ich die Live-Umsetzung mit Tänzern schon vor Augen habe. Doch danach wird es wieder uneingeschränkt besser. Hervorzuheben vor allem „Too Much Silence“ an vorletzter Position. Eine Art VNV NATION meets SCHILLER-Track, sphärisch-chillig-treibend und bis ins Detail sehr schön ausgearbeitet.

In dieser Form dürfen uns die „Kirmes-Kasper“ noch viele weitere Jahre mit ihren Tunes belästigen, allen Neidern und Spöttern zum Trotz. Die Konzentration auf schnörkellosen Trance, kombiniert mit interessanten weiblichen Vocals und eingängigen Originalen scheint der Truppe auf den Leib geschneidert zu sein. Mir fehlt lediglich mal wieder etwas völlig aus der Reihe, so wie die sehr gelungenen Gothic/ Indie-Bearbeitungen „Marian“ und „Second Skin“, die aber vielleicht den bodenständigen SCOOTER-Fan eher verwirren als verwöhnen.

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