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SCOOTER - Under The Radar And Over The Top

VN:F [1.9.22_1171]
Artist SCOOTER
Title Under The Radar And Over The Top
Homepage SCOOTER
Label SHEFFIELD TUNES/ EDEL
Leserbewertung
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6.3/10 (4 Bewertungen)

So langsam findet ein Umdenken in unserer Gesellschaft statt. Ein Umdenken in Bezug auf SCOOTER, denen mittlerweile doch ein gewisser künstlerischer Wert zugestanden wird. Oder zumindest Respekt, denn mit „Under The Radar And Over The Top” liegt bereits das 14. Album in 16 Jahren Bandgeschichte vor. Volle Häuser und eine durch alle Gesellschaftsschichten verlaufende Fanschar geben H.P. und Freunden zumindest kommerziell recht. Und Features wie das Arte Special mit Heinz Strunk (geniale Trance-Flöten-Performance!) zeigen, dass der blondierte Ostfriese durchaus auf der Meta-Ebene agieren kann. CD-technisch verlassen sich SCOOTER natürlich auf Altbewährtes, man wirft den Jüngern immer genau das zum Ohrenfraß vor, was man von ihnen verlangt, in gewisser Weise natürlich ein goldener Käfig.

So lassen sich seit vielen Jahren Parallelen beim Aufbau der jeweiligen Tracklisten finden. Ein kleines Intro zu Beginn („Stealth“), dann einige Hardstyle-Kracher mit Ufta Ufta Beat, dem typisch stoischen „Gesang“ und eingebundenen Melodiefetzen, größtenteils von bekannten Kollegen entlehnt (der gute TECHNOBOY ist damit wohl ganz und gar nicht konform, siehe seine Statements zum Klau). „Ti Sento“ baut so im Refrain mit der melodischen Stimme einen schönen Kontrast auf, die Single „J’adore Hardcore“ (wunderbar bescheuerter Titel!) groovt ebenso gut ins Gebein. Perfekt für lange Autofahrten, wo man sich nicht mit vertracktem Prog Rock beschäftigen möchte. Natürlich Null innovativ, aber es wäre weltfremd, die Erfüllung dieses Adjektivs gerade vom charmant-prolligen SCOOTER-Trio zu erwarten. Doch halt, gegen Ende der Scheibe erhört man Überraschendes. Ein Instrumental und die „Wonderful World“-Hommage „The Sound Above My Hair“ (Hä???!) gehören noch zum Standard, doch mit “Second Skin” hat man eine höchst interessante Cover Version abgeliefert. Eine gewisse Affinität zur Gothic/ Wave-Szene war schon in der Vergangenheit nicht zu überhören, siehe etwa die SISTERS-Bearbeitung „Marian“, jetzt aber hat man mit den CHAMELEONS eine wirklich außergewöhnliche Vorlage gewählt. So ganz ignorant rennt man also nicht durch die musikalische Weltgeschichte und der Transport in den Bandeigenen Kosmos gefällt mit einer ordentlichen Gesangsleistung und dunkel-vibrierendem Synthie Sound. Damit steckt man jedenfalls viele originäre Szene Newcomer dieser Sparte in die Tasche.

Nicht nur aufgrund dieses Songs eine der besseren SCOOTER-Scheiben, ohne viel Füllmaterial aber dafür mit einigen Wicked-Tunes, die mal wieder die Bassboxen zum Orgasmus treiben. Wie im heutigen Zeitalter üblich gibt es auch VÖ-Varianten mit DVD (Interview etc.) und/ oder Bonus-CD, die eher untypische Stücke (s.o.) enthält. I like it.

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